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DeVita Energy & Co. Teuer und wirkungslos – Apparate zur Bioresonanztherapie

Meßgerät
Bioresonanztherapie-DeVita im Check: Horst Hartmann, Elektroingenieur am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik von der Fachhochschule Münster misst für MedWatch. Foto: MedWatch

Elektromagnetische Schwingungen gegen Parasiten, Gifte und – natürlich – Corona: Bioresonanztherapie ist ein Alleskönner – zumindest nach Aussagen der Gerätehersteller. Einer von ihnen, die Deta Elis Holding mit Sitz in Russland, verkauft auch in Deutschland Bioresonanz-Geräte der „Devita“-Reihe. MedWatch hat nicht nur nachgefragt, sondern auch nachgemessen. Fazit: Viel Lärm – und Geld – für nichts.

Werner H.* vertraut seiner Heilpraktikerin. Als sie bei dem Mittsiebziger mittels Bioresonanz „Dissonanzen“ am Herzen feststellte, nahm er das sehr ernst. Ein Check beim Kardiologen ergab: Alles in Ordnung. Dennoch riet ihm die Heilpraktikerin, sich noch einmal richtig durchchecken zu lassen. Das tat er Ende 2020. Eine „russische Raumfahrtmedizinerin“ – so wurde sie H. vorgestellt – der Firma Deta Elis diagnostizierte bei ihm mit ihrem Bioresonanz-Gerät gleich mehrere Krankheiten, unter anderem chronische Entzündungen der Herzkranzgefäße, Viren im zentralen Nervensystem sowie Störungen in Leber, Nieren, Gallenblase und Magen. Selbst welche Viren ihr Unwesen in Werner H.s Körper trieben, verriet das Gerät: Adenoviren und das Epstein-Barr-Virus. Das Messprotokoll liegt MedWatch vor.

„Man sagte mir, ich hätte zudem Viren in der Bauchspeicheldrüse und Schimmelpilze in den Bronchien“, erinnert sich H. an die Untersuchung. Das Deta Elis-Team gab gleich Behandlungsempfehlungen, die im Falle von Werner H. lauteten: die Bioresonanz-Geräte Devita Ap und Devita Energy Mini.

Der Devita Energy Mini…. (Foto: MedWatch)

Letzteres ist ein kupferfarbenes Gerät, kaum größer als eine Fernbedienung für den DVD-Player, aber deutlich leichter. Es handele sich dabei um ein „digitales Gerät zur Gesundheitsverbesserung“, das „physiologische sowie regulierende Multifrequenzen emittiert“. So steht es auf der Webseite des Anbieters Deta Elis. Kostenpunkt: 550 Euro.

Ein stolzer Preis für einen Kasten, der nach dem Einschalten auf dem farbigen Display Programme wie „Überfluss“, „schlanke Figur“ und „langes Leben“ anbietet. Einmal gestartet laufen seine insgesamt acht Programme je bis zu drei Stunden. Ein leuchtend rotes Herz zeigt an, dass das Gerät „arbeitet“. Beworben wird Devita Energy als „physiologisch“ und „harmlos“, aber „effektiv“ – dank „Multi-Bioresonanzphänomen“.

Für knapp 700 Euro gibt es das Smartphone-große Gerät Devita Ap mit 14 gespeicherten Programmsets und entsprechenden „Schwingungsfrequenzen“. Wenn das nicht reicht, können „spezialisierte Fachkräfte des Unternehmens“ personalisierte Programme ergänzen. So wie bei Werner H.

Bioresonanz als Corona-Schutz

Noch vor Ort, berichtet H., spielte die „Ärztin“ Programme gegen die Schimmelpilze und Viren auf das Devita Ap und vorsichtshalber auch ein Programm „Covid-19Covid-19 Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wird "Covid-19" (Coronavirus-Disease-2019) genannt.“. Zur Frage von MedWatch, welche Ausbildung oder welchen Abschluss die vermeintliche Medizinerin hat, äußert Deta Elis sich bis Redaktionsschluss nicht. Auf firmeneigenen Webseiten wird sie vorgestellt als „Akademikerin für Medizintechnische Wissenschaften, Spezialistin auf dem Gebiet der Bioresonanz, Ausbilderin und Methodologin bei Deta Elis Holding“.

Die Anwendung des Geräts sei einfach, erklärte sie H.: Er solle das Gerät einfach am Körper tragen, etwa um den Hals gehängt, oder nachts unter das Kissen legen. Jeden Tag solle er nun die jeweiligen Programme nutzen, dann würde es ihm bald besser gehen. Außerdem empfahl die „Medizinerin“ das hauseigene Produkt „Multi-Energy“. Denn Deta Elis verkauft nicht nur Geräte, sondern ebenso Nahrungsergänzungsmittel, Generatoren zur Produktion „lebendigen Wassers“ und bioregulierende Medaillons.

Das Kuriose, das auch Werner H. einräumt: Es sei ihm nie schlecht gegangen. Er hatte weder Beschwerden in der Lunge noch am Herzen. „Ich bin topfit“, erklärt er gegenüber MedWatch: „Vermutlich weil mein Immunsystem so gut ist.“ Trotzdem nutzt er weiterhin beide Geräte, Devita Ap gegen seine „Erkrankungen“ sowie Devita Energy: Abends helfe das Harmonie-Programm beim Einschlafen, ist er sich sicher. Und morgens verspricht das Programm „Energie“ Schwung für den Tag.

Große Hoffnungen setzt Werner H. auf den Schutz durch die Geräte vor Covid-19, schließlich habe man ihm versprochen: „Wenn ich Corona bekommen würde, wäre ich es innerhalb von drei Tagen wieder los.“ Werner H. bezeichnet sich selbst als misstrauischen und analytischen Denker, spricht von Corona-Panikmache. „Ich bin kein Corona-Leugner“, sagt er. „Aber ich lasse mich nicht impfen, mir fehlen Langzeitstudien.“ Auf die Frage nach Langzeitstudien zu Bioresonanz weicht er aus: „Zwischen Himmel und Erde gibt es viele Dinge, die man nicht versteht.“

Was ist Bioresonanz?

Deivta Ap und Energy sind nur zwei von vielen Bioresonanz-Geräten, die Interessierte auf Verkaufsveranstaltungen oder Internet-Portalen zahlreicher Anbieter erwerben können. Sie alle versprechen: Bioresonanz entdeckt, heilt und schützt.

Bioresonanz wird vornehmlich von Heilpraktiker:innen, aber auch in Reformhäusern, Apotheken und Arztpraxen eingesetzt, um verschiedenste Erkrankungen zu diagnostizieren und zu therapieren. Die Theorie hinter dem Konzept: Im Körper von Mensch, Tier und Pflanze wirken elektromagnetische Felder. Angeblich schwingt jeder Organismus, jedes Organ und jede Faser mit einer charakteristischen Frequenz. Bioresonanz-Geräte sollen diese messen können, wenn Menschen etwa über Metallstäbe in den Händen mit dem Apparat verbunden sind. Vor allem sollen sie messen können, wenn Frequenzen von einem nicht näher definierten „Normalzustand“ abweichen.

Dann können angeblich andere Geräte, die Bioresonanz-Felder nicht messen, sondern produzieren, diese abweichenden Schwingungen korrigieren, indem das Feld des Menschen mit den Wellen der Geräte wechselwirkt. Anwender:innen von Bioresonanz-Methoden berufen sich in ihren Erklärungen gern auf „wissenschaftliche Erkenntnisse der Quantenphysik“.

Bioresonanz: Bekanntes Phänomen ohne wissenschaftliche Evidenz

Für die Existenz individueller elektromagnetischer Strahlung des menschlichen Körpers fehlt jedwede wissenschaftliche Evidenz – und somit auch für alle Bioresonanz- oder Mora-Therapie genannten Praktiken. Das unabhängige Medizinmagazin „Gute Pillen – Schlechte Pillen“ schrieb dazu bereits im Jahr 2013: „Vertreter der Bioresonanztherapie postulieren, dass durch Wechselwirkung von ‚Schwingungen‘ die Störungen im Körper wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. […] Derartige Wechselwirkungen von ‚kranken‘ oder ‚gesunden‘ Schwingungen sind bisher weder bekannt noch irgendwie nachgewiesen worden.“ Auf seinem Portal „Faktencheck Gesundheitswerbung“ wird die Verbraucherzentrale noch deutlicher: „Dass ein Metallstab allein über Hautkontakt Blutwerte oder einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel analysieren kann, ist […] wissenschaftlich nicht plausibel. Studien dazu sind nicht zu finden.“

Wie verlässlich Mora-Therapien funktionieren, führte der Allergologe und Kinderarzt Walter Dorsch im Jahr 2019 vor Augen. Er untersuchte teure Bioresonanz-Geräte der Marke „Bioscan“, die angeblich mehr als 200 medizinische Gesundheitsdaten durch elektromagnetische Wellen erheben können. Dorsch stellte fest, dass die Geräte selbst feuchten Lappen und frischem Leberkäse Gesundheitsrisiken attestierten. Das blieb für den Hersteller – das Institut Dr. Rilling GmbHGmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung. – nicht ohne Folgen. Ende Mai 2022 verurteilte das Reutlinger Amtsgericht drei Mitarbeitende der Firma aus Pliezhausen wegen gewerbsmäßigen Betrugs. Gegen beide Geschäftsführer wurden Haftstrafen verhängt.

Elektromagnetische Wellen gegen Parasiten und Viren

Auch das Unternehmen Deta Elis verweist auf die Wissenschaft und schreibt auf einer ihrer Webseiten: „Forscher haben nachgewiesen, dass jeder lebende Organismus seine eigene elektromagnetische Strahlung besitzt.“ Die Bioresonanz-Geräte der Firma tragen Namen wie Devita RITM, BRT oder eben Ap und Energy. Sie sollen „die Körpersysteme harmonisieren“ und „Stress lindern, welcher durch Viren, Bakterien, Pilze, Protozoen, Helminthen, Endo- und Exotoxine sowie durch verschiedene Parasiten im menschlichen Organismus ausgelöst wird“. Wie sie das angeblich machen, erklärt Deta Elis so: „Die von Devita Ap reproduzierten Wellen einer bestimmten Frequenz schwingen mit ihrer eigenen Strahlung und verstärken so die Eigenschwingungen sämtlicher Parasiten, Mikroben und Virenstämme, worauf diese unschädlich gemacht werden.“

Unklar ist, welche Frequenzen genau Bioresonanz-Geräte messen oder aussenden sollen. Konkrete Angaben fehlen sowohl bei den Herstellern als auch den Anwendenden. Denn: Wir sind umgeben von natürlichen elektromagnetischen Feldern, und zwar in Form von Licht, Wärme- und ionisierender Strahlung der Atmosphäre. Künstlich erzeugte hochfrequente elektromagnetische Wellen hingegen kennen wir von Radios, Mikrowellen-Geräten oder Babyphones. Auch WLAN und Bluetooth liegen im hochfrequenten Spektrum elektromagnetischer Felder, der den Frequenzbereich zwischen 100 Kilohertz und 300 Gigahertz umfasst.

MedWatch hat bei Deta Elis nachgefragt, welche Frequenzen des elektromagnetischen Spektrums Devita Energy ansprechen und emittieren soll. Bis zum Redaktionsschluss hat das Unternehmen nicht reagiert.

Das Team von Deta Elis hat bei Herrn H. Pathogene im Körperinnern gemessen und auch die Behandlung soll ebendort stattfinden. Potenzielle „Schwingungen“ müssen also Haut, Fett und Muskeln durchdringen, um an ihren Wirkort zu gelangen. Elektromagnetische Felder jenseits der 10 Gigahertz dringen allerdings nur weniger als einen Millimeter in Gewebe ein und kommen deshalb für Bioresonanz-therapeutische Verfahren nicht in Betracht. Um zu wirken, müssten die Apparate von Deta Elis und anderen Herstellern also elektromagnetische Felder mit einer Frequenz von maximal 10 Gigahertz erzeugen. MedWatch hat nachgemessen: Im Labor für Hochfrequenz- und Mikrowellentechnik der Fachhochschule Münster.

Wenig überraschend registrieren die Messgeräte dort etliche elektromagnetische Signale, während Devita Energy auf dem Prüfstand liegt: Das Campusradio mit seinem Sender auf dem Gebäudedach, ab und zu Signale von Smartphones, schnurlosen Telefonen oder schaltbaren Steckdosen. Aber eines sticht heraus: „Das Bioresonanz-Gerät produziert ein unmoduliertes Signal, das mit einer Frequenz von 27 Megahertz schwingt“, erklärt uns Horst Hartmann, Elektroingenieur am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik, während er eine Messelektrode an das eingeschaltete Gerät hält und von Programm zu Programm wechselt.

Ob Mensch oder Leberkäs: Bioresonanz-Geräte der Marke Bioscan spuckten immer die gleichen Ergebnisse aus. (Foto: Jorge Ramirez)
Ob Mensch oder Leberkäs: Bioresonanz-Geräte der Marke Bioscan spuckten immer die gleichen Ergebnisse aus… (Foto: Jorge Ramirez)

Signal wie Radio „ohne Ton“

Mithilfe von Spektrumanalysatoren durchforstet Hartmann ein umfangreiches Spektrum elektromagnetischer Wellen. Immerhin Signale bis 15 Gigahertz können die Messgeräte darstellen. Das Campusradio sendet auf 103,9 Megahertz, Mikrowellen-Geräte arbeiten bei etwa 2,5 Gigahertz. Direkt am Gerät misst der Elektroingenieur eine Signalleistung von knapp 40 Milliwatt. Je weiter er die Elektrode vom Gerät entfernt, umso schwächer wird das Signal, bis es nach 20 Zentimetern vom Bildschirm verschwindet.

Das Frequenzband um 27 Megahertz hat die Bundesnetzagentur für den privaten Sprechfunk freigegeben: „Das bedeutet, dass unter anderem LKW-Fahrer diese Frequenzen nutzen, um zu kommunizieren“, schreibt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf MedWatch-Anfrage. Auch Funkfernsteuerungen nutzten diesen Frequenzbereich, zum Beispiel für Garagentore.

Aber selbst dafür würde sich Devita Energy nicht eignen, wie Hartmann erklärt: Bei dem gemessenen Signal handele es sich um ein einfaches Trägersignal, das keine weiteren Informationen enthält. Denn es wird nicht moduliert. „Das wäre wie ein Radiosender, der keine Musik überträgt: Er würde zwar ein Signal senden, aber keinen Ton“, sagt der Elektroingenieur.

Gesundheitlich unbedenklich …

Ist es denn möglicherweise gefährlich, eine solche Strahlenquelle um den Hals zu tragen? Im Vergleich zu ionisierender Strahlung haben elektromagnetische Felder im Bereich von 27 Megahertz wenig Energie. Gegenüber etwa Röntgenstrahlung schädigen sie das Erbgut nicht, sind also nicht krebserregend.

Konfrontiert mit den ermittelten Messwerten von Devita Energy schreibt das Bundesamt für Strahlenschutz: „Frequenzen von 27 Megahertz können den Körper prinzipiell durchdringen, werden aber stark abgeschwächt. Wenn Muskelgewebe einem homogenen Feld ausgesetzt wird, fällt das Signal innerhalb von 5 bis 10 Zentimetern auf ca. 37 Prozent ab.“ Hinzu kommt: „Bei einem stark inhomogenen Feld, das nach 20 Zentimetern nicht mehr messbar ist, ist nicht von einer Durchdringung des Körpers auszugehen.“

Wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass hohe Frequenzen elektromagnetischer Felder Körpergewebe erwärmen können. „Bei einer Leistung von 30 bis 40 Milliwatt ist jedoch nicht von messbaren Temperaturerhöhungen im Gewebe auszugehen“, schreiben die Strahlenexperten des BfS und ergänzen zum Vergleich: „Die maximal mögliche Ausgangsleistung von Mobiltelefonen, die im 900-MHz-Frequenzband arbeiten, ist mit bis zu 2.000 Milliwatt deutlich größer. Die in diesem Fall erwartbaren Temperaturerhöhungen liegen deutlich unter einem Grad Celsius.“ Für Geräte, die derart schwache elektromagnetische Felder erzeugen, sind daher laut BfS keine gesundheitlichen Risiken bekannt.

Fazit: Devita Energy emittiert ein einfaches elektromagnetisches Signal, dessen Frequenz – unabhängig vom gewählten Programm – bei 27 Megahertz liegt. Es ist zwar gesundheitlich unbedenklich, gleichzeitig aber zu schwach und energiearm, um innere Organe des Menschen zu erreichen. Kurzum: Wirkungslos.

… und dennoch schädlich

Dennoch können Bioresonanz-Geräte gefährlich sein, wenn Menschen wegen irreführender Heilsversprechen evidenzbasierte medizinische Behandlungen ablehnen oder – wie im Fall von Werner H. – auf schützende Impfungen verzichten, weil es „die Bioresonanz schon richten wird“.

Aussagen wie „Reduziert die parasitäre Belastung von Leber, Bauchspeicheldrüse, Darm und die toxische Belastung dieser Organismen“ oder „Verhindert die Entwicklung von respiratorischen Viren, reduziert Vergiftungserscheinungen, mindert Entzündungsreaktionen und das Auftreten von Komplikationen“ verspricht Deta Elis nicht nur auf Web-Angeboten, sondern ebenso in der Betriebsanleitung für das Gerät Devita Energy. Damit dürfte die russische Firma gegen das EU-weit geltende Verbot irreführender Werbung für Medizinprodukte verstoßen. Dieses untersagt, „dem Produkt Funktionen und Eigenschaften zu[zu]schreiben, die es nicht besitzt“ oder „einen falschen Eindruck hinsichtlich der Behandlung oder Diagnose und der Funktionen oder Eigenschaften, die das Produkt nicht besitzt, [zu] erwecken.“

Ende Juni 2022 mahnte die Verbraucherzentrale deshalb die Deta-Elis Europa GmbH ab und forderte sie auf, eben solche Werbeversprechen zu unterlassen. Die im Moskauer Verwaltungsbezirk Zelenograd lokalisierte Dachgesellschaft Deta Elis unterzeichnete diese Unterlassungserklärung zwar, leitete die deutschsprachige Webseite mit den beanstandeten Passagen jedoch kurzerhand auf eine Seite von Deta Elis Ungarn um. Erst nachdem die Verbraucherzentrale erneut aufforderte, die Inhalte zu entfernen, löschte Deta Elis die entsprechenden Seiten.

Dennoch ist eine Strafverfolgung schwierig. Deta Elis verfügt über etliche Niederlassungen in Lettland, Tschechien, Griechenland und Zypern. „Deta-Elis Europe“ ist im hessischen Offenbach gemeldet. Das Impressum der deutschsprachigen Webseite präsentiert allerdings die Adresse eines Privathauses in einem 3000-Einwohner-Dorf am Westende des ungarischen Binnensees Balaton.

Die Verbraucherzentrale NRW verfolgt die Aktivitäten verschiedener Anbieter von Geräten zur Bioresonanztherapie. Gegenüber MedWatch gesteht Arne Weinberg, Jurist im Projekt „Faktencheck-Gesundheitswerbung“: „Das Phänomen Auslandssitz und/oder deutsche Briefkastenfirma begegnet uns im Bereich der fragwürdigen Gesundheitsinformationen leider allzu häufig.“ Oftmals sei es deshalb schwer, deutsches Recht durchzusetzen.

Bioresonanztherapie: Teures Vergnügen

Den finanziellen Schaden haben Menschen, die auf die Wirksamkeit der Therapien vertrauen und in teure Apparate investieren. Menschen wie Werner H. oder die Frau, die sich im Jahr 1995 wegen „grippeähnlicher Zustände und allgemeiner Erschöpfung“ auf Privatrechnung von einem Arzt mit Bioresonanz behandeln ließ. Die Kosten in Höhe von 6.300 Euro stellte sie ihrer Krankenkasse in Rechnung. Die Kasse winkte ab – zu Recht, wie 2003 das Bundessozialgericht urteilte. So entschied der Gemeinsame Bundesausschuss, also das höchste Gremium der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen, in seiner 2022 aktualisierten Richtlinie zu den „Methoden vertragsärztlicher Versorgung“: „Bioresonanzdiagnostik, Bioresonanztherapie, Mora-Therapie und vergleichbare Verfahren“ gehören zu den Untersuchungs- und Behandlungsmethoden, „die nicht als vertragsärztliche Leistungen zu Lasten der Krankenkassen erbracht werden dürfen“.

Damit ist Bioresonanz – wie die meisten Methoden aus dem „alternativmedizinischen“ Spektrum – ein mitunter teures, auf jeden Fall aber wirkungsloses Privatvergnügen.

* Werner H. heißt eigentlich anders. Name und Kontaktdaten sind der Redaktion bekannt.


Redaktion: Henrik Müller und Nicola Kuhrt