Sie fühlen sich nicht wohl – aber was ist der Auslöser? Ihr Kind ist krank, was können Sie tun? Manches Mal ist es auch einfach eine offene Frage nach einem Arztbesuch, die Sie den Computer einschalten lässt. Schnell ist das Problem benannt, per Google wird recherchiert. Das Ergebnis einer solchen Suche kann wertvolle Unterstützung, Rat und Vernetzungsmöglichkeiten bieten. Doch nicht alle Treffer, die auf der ersten Seite bei Google erscheinen, führen Sie zu verlässlichen Gesundheitsinformationen.

Immer wieder finden sich im Internet Anbieter, die versuchen, zu täuschen. Manches Mal des Profits wegen. Mit dem Verkauf vermeidlicher Wundermittel oder Büchern wollen sie Geld verdienen.

Schlechte Gesundheitsinformationen werden aber auch aus falschen Überzeugungen heraus verfasst oder sie entstehen aus Unwissenheit. Dies kann teils tragische Folgen haben.

Woran aber können Sie gute und vor allem voran können Sie schlechte Gesundheitsinformationen erkennen? Welche Gesundheitsportalen können Sie trauen und warum hilft es, beim Check einer Gesundheitsinformation immer ein paar Dinge zu beachten? Wir haben Ihnen Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen können, sicher durch das Netz der Gesundheitsinformationen zu steuern.

Anzeichen von Falschinformationen

Falsche Gesundheitsinformationen können gesundheitsschädlich, manche sogar lebensgefährlich sein. Auf welche Warnhinweise sollten Sie achten? Unser Beirat Gerd Antes hat einige Tipps für Patienten zusammengestellt:

Vorsicht ist geboten, wenn Sie eine Webseite mit Gesundheitsinformationen lesen und darin finden Sie…

… sehr pauschale Aussagen

oder extreme Heilsversprechen, zum Beispiel: Hilft gegen Krebs, Autismus, Malaria und Diabetes.

… die übertriebene Verwendung von Fachbegriffen,

in einem an sich einfach verständlichen Text. Durch pseudokomplexe Darstellung angeblicher Wirkmechanismen wird teils Seriosität vorgespielt.

… keine Dosisangaben:

Jeder Wirkstoff hat einen bestimmten Bereich, in dem er die gewünschte Wirkung entfaltet. Zu geringe Konzentrationen verfehlen den Effekt, zu hohe Mengen können giftig sein. Darum sind Dosisangaben für die Verwendung sehr wichtig.

… keine Hinweise auf Nebenwirkungen:

Wenn etwas keinerlei Nebenwirkungen hat, dann hat es auch garantiert keine Wirkung.

… kein Impressum:

Wenn es ein Impressum gibt, prüfen Sie per Suchmaschine, in welchen anderen Zusammenhängen der Betreiber in Erscheinung tritt.

… Produktwerbung,

zum Beispiel Kombinationen aus Info-Text und Hinweisen auf einzelne Präparate oder Links zu Produktwebsites.

… keine Quellenangaben:

Wird eine seriöse Institution als Quelle genannt und ist auf deren Seite auch etwas zum Thema zu finden? Haben seriöse Medien über das Mittel oder die Therapie berichtet? Falls nicht, handelt es sich wahrscheinlich um eine Falschmeldung. Doch Vorsicht: Auf unseriöse Webseiten verweisen teils auf seriöse Quellen – um irrezuführen.

Verlässliche Webseiten

www.gesundheitsinformation.de

Die Internetseite des unabhängigen „Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“ (IQWiG) richtet sich gleichermaßen an gesunde und erkrankte Personen. Sie soll helfen, auf Basis des aktuellen Stands der Wissenschaft Vor- und Nachteile wichtiger Behandlungsmöglichkeiten und Angebote der Gesundheitsversorgung zu verstehen und die individuelle Entscheidungsfindung unterstützen.

www.igel-monitor.de

Es gibt medizinische Leistungen, die in der Arztpraxis selbst bezahlen werden müssen: Die Individuellen Gesundheitsleistungen oder kurz IGeL. Der vom Medizinischen Dienst finanzierte IGeL-Monitor bewertet Nutzen und Schaden der IGeL. Außerdem gibt es hilfreiche Informationen rund um das IGeL-Geschehen.

www.igel-aerger.de

Hier informiert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen über oftmals fragwürdige Leistungen, die Patienten selbst bezahlen müssen.

www.mediendoktor.de

Der „Medien-Doktor“ erstellt Gutachten über die Qualität medizinjournalistischer Berichterstattung. Das Team entwickelt außerdem Anleitungen insbesondere für Journalisten, wie Studien bewertet werden können:

www.gutepillen-schlechtepillen.de

Das Magazin „Gute Pillen – schlechte Pillen“ berichtet sechsmal pro Jahr unabhängig und kritisch über neue Entwicklung bei Arzneimitteln. Einige der Artikel sind auf der Homepage auch frei zugänglich:

www.riffreporter.de/plan-g

Auf der Journalismus-Plattform „Riffreporter“ geben die Autorinnen Silke Jäger und Iris Hinneburg in ihrem Onlinemagazin „Plan G – Gesundheit verstehen“ Patienten Tipps, um sich im deutschen Gesundheitswesen besser orientieren und gute Entscheidungen treffen zu können: