Versorgung, Arztpraxen, Medikamente Was Geflohene mit HIV wissen müssen

Laborassistentin während eines HIV-Schnelltests. Credit: Vyacheslav Madiyevskyi / dpa
Laborassistentin während eines HIV-Schnelltests. Credit: Vyacheslav Madiyevskyi / dpa

Цей текст українською мовою.

Этот текст на русском языке.


Geflohene, die an HIV erkrankt sind, können in Deutschland ihre Behandlung fortsetzen. Je nach Ort ist der Ablauf unterschiedlich: In einigen Bundesländern können sich Geflohene aus der Ukraine bei der örtlich zuständigen Kontaktstelle einen Behandlungsschein ausstellen lassen und diesen zum Arzt oder in die Klinik mitnehmen.

In anderen Bundesländern erhalten Geflüchtete nach einiger Zeit eine Versicherungskarte, die sie zum Arzt oder zur Klinik mitnehmen müssen. In Notfällen suchen geflüchtete Menschen aus der Ukraine direkt Kliniken und Arztpraxen auf!

Wichtig: Die folgenden Informationen (Stand April 2022) sind vorläufig und werden durch uns regelmäßig aktualisiert. Bitte informieren Sie sich bei den verantwortlichen Ämtern / Behörden oder Aufnahmeeinrichtungen vor Ort, den viele Regeln werden unterschiedlich umgesetzt.

Informationen zur Versorgung bei HIV-Erkrankung

Anders als in der Ukraine gibt es in Deutschland keine Aids-Zentren und auch keine zentralen Substitutionskliniken. Stattdessen erfolgt die Versorgung über eine spezialisierte Schwerpunktpraxis oder eine Klinikambulanz.

Um bei einer bestehenden HIV-Erkrankung medizinische Versorgung und Medikamente zu erhalten, gibt es die Möglichkeit, an einem Arbeitstag (Montag bis Freitag) einen niedergelassenen Arzt aufzusuchen, der dann an spezialisierte HIV-Ärzt:innen überweist. Außerhalb der normalen Arbeitszeiten kann man über den ärztlichen Notdienst der niedergelassenen Ärzte einen Termin bekommen: Die Nummer ist 116 117.

HIV-Ärzt:innen in der Umgebung des Aufenthaltsorts sind hier zu finden.

Beratung zu allen Fragen rund um HIV bietet in Deutschland die Deutsche Aids-Hilfe. Sie ist telefonisch erreichbar unter 0180 33 19411 (9 Cent pro Minute aus deutschen Festnetzen) sowie als Online-Beratung anonym per Chat oder Mail.

Die Deutsche Aids-Hilfe bietet Hilfe und FAQs für Geflüchtete aus der Ukraine an.

Wer Fragen rund um HIV hat oder eine Schwerpunktpraxis sucht, kann die lokalen Organisationen der Deutschen Aidshilfe ansprechen. Die Mitarbeiter*innen dort wissen, welche Ärzt:innen in der Umgebung Menschen mit HIV, Hepatitis oder Tuberkulose behandeln, kennen sich mit der HIV-PrEP oder mit Angeboten für Drogengebraucher*innen aus. Sie wissen auch, welche Praxen eine Opioid-Substitutionstherapie (OST) durchführen. Adressen der lokalen Organisationen der Deutschen Aidshilfe, sortiert nach Postleitzahl, finden sich hier.

  • Best-of MedWatch: Meistgelesene Artikel

  • Neu auf MedWatch

  • oliver schwarz Stammtisch

    Um unabhängig recherchieren zu können, brauchen wir Ihre Hilfe.

    Unterstützen Sie jetzt unser Crowdfunding auf der Plattform Steady.

    Ein Kommentar zu „Was Geflohene mit HIV wissen müssen

    Wir freuen uns über kritische Kommentare, Feedback und Vorschläge. Wir bitten darum, Kommentare sachlich zu halten und auf Beleidigungen zu verzichten – und behalten uns vor, Kommentare ansonsten nicht zu veröffentlichen. Bitte belegen Sie Ihre Aussagen nach Möglichkeit auch mit Links oder anderen Verweisen. Wir prüfen alle Kommentare vorab und schalten sie frei - insbesondere am Abend oder am Wochenende geschieht dies teils zeitverzögert. Besten Dank und schöne Grüße vom MedWatch-Team!

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.