Pferdewurmkur Ivermectin: Doch ein Covid 19-Heilmittel?

Ivermectin: Eine fehlerhafte Meldung von Reuters hat diese Woche eine erneute Diskussion um eine mögliche Wirksamkeit von Ivermectin entfacht. (Foto:dpa)
Ivermectin: Eine fehlerhafte Meldung von Reuters hat diese Woche eine erneute Diskussion um eine mögliche Wirksamkeit von Ivermectin entfacht. (Foto:dpa)

Lieber die Pferdewurmkur Ivermectin schlucken, als sich gegen SARS-CoV‑2 impfen zu lassen? Eine Falschmeldung von Reuters hat diese Woche eine erneute Diskussion um eine mögliche Wirksamkeit von Ivermectin entfacht. Was ist da passiert? MedWatch trennt Fakten von Annahmen.

Die Sache ist simpel: Entwurmungsmittel für Pferde helfen, um Pferde von Würmern zu befreien. Entwurmungsmittel für Pferde helfen nicht, um Menschen von Viren zu befreien. Eigentlich ist damit alles Wichtige gesagt – zumindest bis wissenschaftliche Erkenntnis das Gegenteil beweist.

Die Details folgen jetzt: Ivermectin ist ein Arzneistoff, der gegen Ektoparasiten wie Zecken, Milben und Läuse sowie Endoparasiten, vor allem Fadenwürmer, bei Haus- und Nutztieren eingesetzt wird. Katzen, Hunden, Pferden, Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen wird es regelmäßig zur Behandlung und Prophylaxe verschrieben. Im Menschen kommt Ivermectin in tropischen Gebieten Afrikas und Amerikas seit Jahrzehnten bei Flussblindheit, Elephantiasis und Strongyloidiasis zum Einsatz – allesamt Krankheitsbilder, die nach Infektionen mit Fadenwürmern auftreten, deren Larvenstadien Ivermectin abtötet. Seit 2016 ist es in Deutschland außerdem für die orale Behandlung von Skabies zugelassen, also bei Befall mit der auf den Menschen spezialisierten Krätzemilbe. Darüber hinaus wird Ivermectin als einprozentige Creme gegen Demodex-Milben angewandt, die sich bei der chronischen Hautkrankheit Rosazea verstärkt vermehren. Eine fungizide oder antibakterielle Wirkung hat es nicht.

Ist Ivermectin für den Menschen also ungefährlich? Nein, denn allen Indikationen ist eines gemein: Oral darf es nur in Konzentrationen von maximal 0,2 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht verabreicht werden. Bei einer 70 Kilogramm schweren Person entspricht das 14 Milligramm Wirkstoff. Was ist der Grund für diese Einschränkung?

Wie Ivermectin wirkt

Ivermectin ist ein Gemisch aus zwei chemisch ähnlichen Neurotoxinen, also Nervengiften. Es aktiviert Ionenkanäle auf der Oberfläche von Nerven- und Muskelzellen wirbelloser Tiere. Das stört das chemische Gleichgewicht dieser Zellen und hemmt ihre Fähigkeit, elektrische Impulse zu verarbeiten. Als Folge blockiert die neuromuskuläre Signalweiterleitung der Tiere; sie sind gelähmt und sterben letztendlich.

Der Clou daran: Ivermectin wirkt spezifisch auf Wirbellose. Es interagiert bevorzugt mit einer bestimmten Unterart von Ionenkanälen, sogenannten Glutamat-gesteuerten Chloridkanälen. Da diese in Wirbeltieren nicht existieren, zeigt Ivermectin keinerlei Wirkung auf Säuger – zumindest nicht bei den gegen Ekto- und Endoparasiten zugelassenen Wirkstoffmengen.

Letzteres ist der Knackpunkt. Denn neben Glutamat-gesteuerten Chloridkanälen wechselwirkt Ivermectin auch mit Rezeptoren für γ-Aminobuttersäure (GABA), die sehr wohl in Säugern vorkommen – nämlich an den Synapsen ihrer Nervenzellen. Für Ivermectin sind die Rezeptoren aber so wenig affin, dass es unter zugelassenen Dosierungen keinerlei Nebenwirkungen hervorruft.

Schluckt ein 70-Kilogramm-Mensch aber beispielsweise die für ein 700 Kilogramm schweres Pferd berechneten Ivermectin-Tabletten, lösen sie innerhalb von Stunden bis Tagen Hautausschlag, Übelkeit, Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen bis hin zu Leberfunktionsstörungen, Krampfanfällen, Bewusstseinsverlust und Koma aus. In Tierversuchen mit Ratten und Mäusen endeten Einmaldosen ab 25 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht sogar tödlich.

Würde jemand ein für Tropenkrankheiten und Haus- und Nutztiere bestimmtes Arzneimittel schlucken? Ende Sommer letzten Jahres verzeichneten die US-amerikanischen Gesundheitsbehörden einen fast 25-fachen Anstieg in Ivermectin-Verschreibungen. Gleichzeitig berichteten US-Giftnotrufzentralen von fünf Mal mehr Anrufen bezüglich des Wurmmittels. Einzelne Personen mussten nach der Aufnahme von Ivermectin veterinärmedizinischen Ursprungs auf Intensivstationen behandelt werden.

Wie Ivermectin gegen Corona-Viren wirkt

Nun ist es eine effiziente Strategie, bekannte Wirkstoffsubstanzen auf ihre Wirkung gegen andere medizinische Indikationen zu untersuchen – vor allem in Zeiten globaler Pandemien. Ein solches Drug Repurposing kürzt schließlich klinische Zulassungsprozesse ab und nutzt etablierte Lieferketten. Entsprechend untersuchten seit Frühling 2020 mehr als ein Dutzend Labor-, Beobachtungs- und klinische Studien an ambulanten und hospitalisierten Patienten, ob Ivermectin auch gegen SARS-CoV‑2 wirkt. Ihr übereinstimmendes Ergebnis: Ivermectin beeinflusst weder die Viruslast, Krankheitsschwere und Mortalität von Covid‑19-Patienten, noch die Notwendigkeit einer invasiven oder nicht-invasiven Beatmung. Weder für die Prophylaxe noch Therapie von Covid‑19 nutzt es. Ganz im Gegenteil: Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und die US-amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde (FDA) warnen seit Mitte 2021 vor seinem Einsatz bei Covid‑19.

Ebenso richtig ist aber, dass Ivermectin Corona-Viren eliminiert. Wie passt das zusammen? Erneut steckt der Teufel im Detail, denn wieder ist die Dosierung entscheidend. Um das Wurmmittel auf seine antivirale Aktivität zu überprüfen, behandelten im vergangenen Jahr australische Biomediziner mit SARS-CoV‑2-infizierte Zellen mit fünf Milligramm Ivermectin pro Liter Zellkultur-Medium. Tatsächlich konnten sie 48 Stunden später fast keine virale RNA mehr nachweisen. Gefahrlos kann ein Mensch aber nur maximal 0,2 Milligramm Ivermectin pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen, was nach Resorption und Verstoffwechselung einem Blutspiegel von bis zu 0,05 Milligramm des Wirkstoffgemischs pro Liter Flüssigkeit entspricht. Die australischen Forscher verwendeten also etwa einhundert Mal mehr Ivermectin als humanmedizinisch zugelassen. Setzten sie hingegen nur ein Milligramm Wirkstoffgemisch pro Liter Zellkultur ein, beobachteten sie keinerlei Wirkung.

Kurzum: Gegen SARS-CoV‑2 wäre eine Ivermectin-Dosis notwendig, die schwerwiegende Nebenwirkungen im Menschen hervorruft. Selbst der Pharmariese Merck & Co, der als Hersteller erheblich von einer derart kostengünstigen Covid‑19-Therapie nutznießen würde, befand das Wurmmittel als weder klinisch effizient noch ausreichend sicher.

Fehlerhafte Reuters-Meldung

Erneute Diskussionen um eine mögliche Wirksamkeit von Ivermectin gegen Corona-Viren entfachte die Nachrichtenagentur Reuters Anfang Februar 2022 mit einer fehlerhaften Meldung. Angeblich hatte das japanische Pharmaunternehmen Kōwa einen antiviralen Effekt von Ivermectin gegen die Omikron-Variante von SARS-CoV‑2 beobachtet, und zwar in einer klinischen Phase III-Studie mit Hunderten Patienten.

Richtig ist, dass Kōwa die Wirkung von 0,3 bis 0,4 Milligramm Ivermectin pro Kilogramm Körpergewicht in einer solchen klinischen Wirksamkeitsstudie untersucht. Erste Resultate sollen Ende März 2022 vorliegen. Fakt ist ebenso, dass hohe Ivermectin-Dosen auch die Omikron-Variante in Zellkulturen eliminieren. Die Kombination beider Tatsachen ist aber Spekulation. Tatsächlich stellte auch Kōwa bisher keinerlei Wirksamkeit von Ivermectin bei Covid-19 in einer klinischen Umgebung fest – wie kurz darauf auch die Nachrichtenagentur Reuters einsah.

Es bleibt also dabei: Leiden Sie oder Ihr Haustier unter parasitären Fadenwürmern, Milben, Zecken oder Läusen, kann niedrig dosiertes Ivermectin Ihr Mittel der Wahl sein. Sorgen Sie sich um Covid‑19, hilft Ihnen das Wurmmittel nach aktuellem Kenntnisstand nicht – zumindest nicht in Dosierungen, unter deren Nebenwirkungen Sie sich noch um Coronaviren Gedanken machen. Die US-amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde warnte bereits im August 2021 vor den Folgen eines Medikamentenmissbrauchs: „You are not a horse. You are not a cow. Seriously, y’all. Stop it.” Dem ist im Februar 2022 nichts hinzuzufügen.

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    11 Kommentare zu „Ivermectin: Doch ein Covid 19-Heilmittel?

    1. Einmal mehr bewahrheitet sich die alte Weisheit von XKCD aka Randall Munroe:
      “When you see a claim that a common drug or vitamin kills cancer (einsetzen: viruses) in a Petri dish, keep in mind:
      So does a handgun.”

      Es schmerzt, dass die Menschen sich nicht mit einer inzwischen milliardenfach bewährten Impfung anfreunden wollen, aber pharmazeutische Risiken eingehen, von denen eigentlich der gesunde Menschenverstand schon abraten müsste.

      1. Lieber Herr Endruscheit,
        Sie sprechen uns aus dem Herzen. 😉
        Die alles entscheidende Frage ist vielleicht, was ist eigentlich “gesunder Menschenverstand”!?!?

    2. “Ivermectin beeinflusst weder die Viruslast, Krankheitsschwere und Mortalität von Covid‑19-Patienten, noch die Notwendigkeit einer invasiven oder nicht-invasiven Beatmung. Weder für die Prophylaxe noch Therapie von Covid‑19 nutzt es.”

      Sie zitieren das RKI und eine alte Studie, die von einem Bundesministerium finanziert wurde.

      Eine Studie, die vor ein paar Tagen erschien, weist folgendes nach:

      “The authors report an effective and inexpensive COVID therapy preventing hospitalization and death in all patients and rapid resolution of hypoxia in these ambulatory ‘moderately to severely’ ill patients.”

      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8826831/#S0010title

      1. Lieber Herr Salomon,
        vielen Dank für Ihren Kommentar.

        Tatsächlich zitiert der Artikel nicht nur das RKI, sondern vor allem das gesammelte Wissen von WHO, FDA, EMA und Cochrane Library (siehe links im Text). Sie kommen alle zum selben Schluss: “The reliable evidence available does not support the use of ivermectin for treatment or prevention of COVID‐19”.

        Daran ändert auch die von Ihnen angeführte (Fall)Studie mit –> 24 <– Teilnehmern nichts. Auch für sie gilt: "The completed studies are small and few are considered high quality."
        Zumal eine Aussage in diesem Fall noch dadurch erschwert wird, dass nicht nur Ivermectin, sondern gleichzeitig auch Doxycycline, Zink , Vitamin D3 und Vitamin C verarbreicht wurden. Klare Aussagen zur Wirksamkeit einer Substanz macht das unmöglich.

        Auf derart dünner Basis ist unser Gesundheitssystem korrekterweise zurückhaltend, von 24 Personen auf Millionen Bürger zu extrapolieren und Empfehlungen auszusprechen!

        Natürlich gilt auch hier: "Several studies are underway that may produce clearer answers in review updates." Wir drücken die Daumen!

    3. Lieber Herr Müller,

      dass die WHO, FDA und EMA zu dem selben Schluss kommen, gestehe ich Ihnen gerne zu. Soll sich jeder selbst seine Gedanken dazu machen. Die zitierte Studie aus der Cochrane Library ist die von einem Bundesministerium finanzierte. Auch hier darf jeder seine eigene Meinung zu haben.

      Getriggert hat mich lediglich ihr einleitender Satz: “Ihr übereinstimmendes Ergebnis”. Ist dem so? Dies suggeriert, dass es keine von Ihrer Schlussfolgerung abweichende Ergebnisse gäbe. Dem ist nicht so.

      Wenn die von mir angeführte Fallstudie Ihnen von der Teilnehmerzahl zu niedrig scheint, nehmen Sie bitte dieses Preprint aus dem Februar 2022 als Beispiel, an der 220.000 Menschen teilnahmen (0,2mg/kg/Tag). :
      https://www.researchgate.net/publication/358386329_Strictly_regular_use_of_ivermectin_as_prophylaxis_for_COVID-19_leads_to_a_90_reduction_in_COVID-19_mortality_rate_in_a_dose-response_manner_definitive_results_of_a_prospective_observational_study_of_a

      Aber Sie haben recht, wir sollten die Daumen drücken, dass weitere Studien Licht ins Dunkel bringen und Menschen auf jede erdenkliche Art geholfen werden kann.

      1. Lieber Herr Salomon,

        ja, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und zahlreiche andere Institutionen fördern glücklicherweise die Forschung auch an deutschen Standorten. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie hier: https://www.academics.de/ratgeber/forschungsfoerderung

        Ja, die Prüfungen der Experten von WHO, EMA, FDA, RKI usw. zahlreicher Studien kommen zu einem übereinstimmenden Ergebnis: “The reliable evidence available does not support the use of ivermectin for treatment or prevention of COVID‐19”.

        Im Gegensatz dazu ist die Aussagekraft eines Preprints gering. Warum? Jede/r kann einen Preprint auf einen Preprint-Server hochladen. Eine Prüfung durch Fachexperten erfolgt nicht. Erst wenn ein Manuskript erfolgreich ein Peer-Review-Verfahren überstanden hat und in einem seriösen Journal veröffentlicht ist, ist es verlässlich. Warum Preprints schnell zur Verbreitung von Fake News führen, beschreibt z.B. auch Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Preprint

    4. Das ein Mensch nicht mit der Dosierung für Pferde behandelt werden sollte, sollte jedem klar sein.
      Aber wie ist zu erklären das Länder mit hohen Ivermectin-Einsatz gute Ergebnisse erzielt haben (div. Afrikanische Länder, Indien) ?
      s.a.
      [Link gelöscht]

      1. Lieber Andi,
        vielen Dank für Ihre Anregung!

        Bei Ihrem Hinweis handelt es sich um einen Blog, auf dem Privatpersonen und medizinische Laien mit einer bestimmten politischen Agenda ihre Meinung zu medizinischen Themen wiedergeben. Vieles davon ist irreführend und meist im Widerspruch zu wissenschaftlicher Erkenntnis.

        Leider sind dort präsentierte Zufallsbeobachtungen und youtube-Videos kein Beweis dafür, dass ein bestimmtes Medikament (nicht) funktioniert. Denn nur weil zwei Beobachtungen korrelieren, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sie auch in einem ursächlichen Zusammenhang stehen. Gründe dafür finden sich hier: https://medwatch.de/2021/09/02/krankheit-evidenz-wahrnehmung-wenn-die-eigene-intuition-truegt/

        Die entscheidende Frage ist: Welcher Quelle sollte/kann man glauben? Vielleicht am ehesten dem medizinischen Fachpersonal der WHO sowie dem Hersteller von Ivermectin, der von seinem eigenen Produkt abrät (siehe Textstellen oben)!?!

        Alles Gute!

    5. Wer in diesen Zeiten einen Artikel zu einem so kritischen Thema in Zeiten wo jeder jedem eine Agenda unterstellt mit “Lieber die Pferdewurmkur Ivermectin schlucken (…)?” beginnt, und ein Photo von einer Pferdeentwurmungspaste zeigt, statt das humanmedizinische Mittel das auf der Liste unentbehrlichen Medikamente der WHO gelistet ist, sowie regelmäßig in Deutschland für Menschen z.b. gegen Krätzmilben verschrieben wird, brauch sich nicht wundern wenn die Menschen nichts mehr glauben.

      Tendenziös, manipulativ, und unseriös. Für reißerische Aufmachung jegliche Glaubwürdigkeit verschenkt, unabhängig was für eine Qualität an Fakten hinterhergereicht wird. Schade! Damit werden sie der Verantwortung in Ihrer Rolle in dieser fragilen Zeit nicht gerecht. Nehmen sie die Leute ernst, hören sie auf diese Tabloid Sprache zu benutzen. Ivermectin ist ein sicheres Medikament (auch) für Menschen. Das ist keine Aussage zur Wirksamkeit gegen Covid, dass sollte ohne solche tendenziösen Sprachentgleisungen geklärt werden.

      1. Sehr geehrter Herr Hennig,
        leider muss ich Ihnen widersprechen. Zum einen sind Fakten in Gesundheitsfragen das Einzige, was zählt. Zum anderen übersehen Sie in Ihrer Kritik den Kontext unserer Aussagen.

        Fakt 1: Es stimmt, Ivermectin hilft als Wurmmittel gegen Onchozerkose und Filariose. Einzig für diese Indikationen steht es auf der Liste der unentbehrlichen Arzneimittel der WHO. In Deutschland ist es außerdem gegen Krätze- und Demodex-Milben in bestimmten Konzentrationen (siehe unten) zugelassen. Details finden Sie im Artikel.

        Fakt 2: Ivermectin hilft laut bisherigem Erkenntnisstand nicht gegen Coronaviren. Laut WHO sollte es höchstens in klinischen Studien zum Einsatz kommen (https://www.who.int/news-room/feature-stories/detail/who-advises-that-ivermectin-only-be-used-to-treat-covid-19-within-clinical-trials). Auch das Warum dafür erklärt Ihnen der Artikel.

        Fakt 3: Pauschalaussagen wie „ABC ist ein sicheres Medikament (auch) für Menschen.“ sind zu oberflächlich gedacht. Schon Paracelsus hatte vor 500 Jahren erkannt: „Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“ Tatsächlich sollte Ivermectin nur mit maximal 0,2 Milligramm Wirkstoff pro Kilogramm Körpergewicht eingenommen werden – und das liegt eben unter der Wirkstoffgrenze, die im Menschen gegen Covid-19 helfen würde (nach bisherigem Kenntnisstand).

        Somit gilt weiterhin: Bei Bedenken hinsichtlich Covid-19 schlucken Sie die Pferdewurmkur besser nicht, sondern lassen sich lieber gegen SARS-CoV‑2 impfen. Denn Menschen sind in unseren Augen in Gesundheitsfragen am besten beraten, wenn sie Fakten folgen.

        Alles Gute!

    Wir freuen uns über kritische Kommentare, Feedback und Vorschläge. Wir bitten darum, Kommentare sachlich zu halten und auf Beleidigungen zu verzichten – und behalten uns vor, Kommentare ansonsten nicht zu veröffentlichen. Bitte belegen Sie Ihre Aussagen nach Möglichkeit auch mit Links oder anderen Verweisen. Wir prüfen alle Kommentare vorab und schalten sie frei - insbesondere am Abend oder am Wochenende geschieht dies teils zeitverzögert. Besten Dank und schöne Grüße vom MedWatch-Team!

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