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Der Chloroquin-„Papst“ SARS-CoV-2 – Didier Raoult und sein Untergang

Mit Stift gezeichnete chemische Formel für Chloroquin
Kein Wundermittel gegen Corona: Das Malariamittel Chloroquin © MedWatch

Das Malariamittel ChloroquinChloroquin Ein Medikament, mit dem Malaria behandelt wird. solle auch gegen SARS-CoV-2Sars-CoV-2 Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen "Sars-CoV-2" ("Severe Acute Respiratory Syndrome"-Coronavirus-2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.  Da es zunächst keinen Namen hatte, sprach man in den ersten Wochen vom "neuartigen Coronavirus" helfen, sagt – trotz gegenteiliger Beweise – der französische Arzt Didier Raoult. Der hat mittlerweile mächtig Ärger. Nach Rügen der französischen Ärztekammer und staatsanwaltlichen Ermittlungen nehmen Kontrollgremien und Universitäten nun auch sein wissenschaftliches Werk unter die Lupe. Es ist nur der vorläufige Höhepunkt der Demontage eines selbsternannten Genies.

Hoffnung auf ein Mittel gegen die Pandemie

Wundermittel oder Hoffnungsträger?

Die Corona-Pandemie hat viele vermeintliche Wundermittel hervorgebracht. Ob das Bleichmittel Chlordioxid oder die Wurmkur Ivermectin – angeblich helfen diese und weitere (Wirk-)Stoffe gegen SARS-CoV-2. Bei einigen Substanzen ist schnell klar, dass das nur Humbug ist, denn wissenschaftliche Nachweise fehlen.

Gleichzeitig ist es nicht ungewöhnlich, dass vorhandene oder sogar bereits zugelassene Medikamente für neue Erkrankungen – wie COVID-19Covid-19 Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wird "Covid-19" (Coronavirus-Disease-2019) genannt. – erneut auf den Prüfstand kommen. Bekanntes Beispiel ist Remdesivir, welches ursprünglich gegen Ebolaviren entwickelt wurde. Im Juli 2020 erhielt das Virostatikum eine bedingte EU-Zulassung zur Behandlung bestimmter COVID-19-Patient:innen, denn es unterstützt – mittlerweile nachweislich – die Genesung nach einer Infektion mit SARS-CoV-2.

Vorhandene ArzneimittelArzneimittel Arzneimittel sind Stoffe oder Zubereitungen aus Stoffen, die angewandt werden, um Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder Beschwerden zu heilen, zu lindern oder zu verhüten. Es kann sich hierbei ebenfalls um Mittel handeln, die dafür sorgen, dass Krankheiten oder Beschwerden gar nicht erst auftreten. Die Definition beinhaltet ebenso Substanzen, die der Diagnose einer Krankheit nutzen oder seelische Zustände beeinflussen. Die Mittel können dabei im Körper oder auch am Körper wirken. Das gilt sowohl für die Anwendung beim Menschen als auch beim Tier. Die gesetzliche Definition von Arzneimitteln ist im § 2 Arzneimittelgesetz (AMG) enthalten. einzusetzen hat etliche Vorteile: Sie sind bereits fertig und auf ihre Verträglichkeit getestet. Nebenwirkungen sind ebenso bekannt wie eine optimale Dosierung. Kurzum – sie sind schnell einsetzbar, ohne dass sie zeitaufwändige Tests und Zulassungsprozeduren durchlaufen müssen. Für die produzierenden Firmen zahlt sich das durchaus aus, im wahrsten Wortsinn.

Raoult untersucht Chloroquin als Mittel gegen SARS-CoV-2

Dementsprechend testeten Forscher:innen weltweit zu Beginn der Pandemie bekannte Arzneistoffe darauf, ob sie gegen SARS-CoV-2 wirken; so auch der französische Wissenschaftler Didier Raoult. Bereits Anfang 2020 behandelte er COVID-19-Patient:innen mit Hydroxychloroquin und kam zu dem Schluss, dass es die Viruslast signifikant reduziert. Die Vorabveröffentlichung dieser Daten erhielt – ebenso wie eine weitere Studie zu diesem Wirkstoff aus China – medial viel Aufmerksamkeit. Prominente Menschen wie Elon Musk und Donald Trump schwärmten von dem angeblichen Corona-Wundermittel in sozialen Medien und sogar auf Pressekonferenzen im weißen Haus.

Dabei kritisierten andere Wissenschaftler:innen die Veröffentlichung direkt: Die Studie basiere auf nur 42 Proband:innen, sei mit sechs Tagen zu kurz und wiese methodische Mängel auf. Dementsprechend fehle den Versuchen jegliche Aussagekraft. Dem Hype um Chloroquin machten diese Einwürfe kein Ende. Als Folge der Begeisterungsstürme durch Trump & Co verdreifachte sich der Verkauf frei zugänglicher Chloroquin-Präparate – mit mitunter dramatischen Folgen.

Chloroquin hilft nicht gegen Corona

Chloroquin und sein Analogon Hydroxychloroquin sind in der EU für die Prophylaxe und Behandlung von Malaria sowie zur Behandlung von AutoimmunerkrankungenAutoimmunerkrankungen Bei Autoimmunerkrankungen handelt es sich um Erkrankungen, die das eigene Immunsystem hervorruft. Es produziert hierbei eine große Menge an Abwehrstoffen. Diese Überproduktion schädigt nicht nur die Zellen des eigenen Immunsystems, sondern kann jegliches Gewebe und sämtliche Organe im Körper angreifen. Das Ungleichgewicht der Immunabwehr führt zu ganz unterschiedlichen Symptomen, die nicht immer auf Anhieb als Autoimmunerkrankung zu erkennen sind. Eine Diagnose gestaltet sich daher in manchen Fällen als langwierig. Eine solche chronische Erkrankung – wie z.B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa – begleitet die Patienten ein Leben lang, da die Ursache nicht behandelt werden kann. wie rheumatoider Arthritis zugelassen.1https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RI/2020/RI-hydroxychloroquin3.html Off-label, also ohne entsprechende Empfehlung der Arzneimittelbehörden, werden die Wirkstoffe aber eingesetzt, um COVID-19-Erkrankte zu behandeln oder – prophylaktisch – eine Infektion mit SARS-CoV-2 zu verhindern.

Basis der Theorien sind Experimente in Zellkulturen, in denen Chloroquin sich gegen frühere Coronavirus-Typen ebenso wirksam zeigte wie gegen das seit 2019 grassierende Coronavirus SARS-CoV-2. Aber eben nur in Zellkulturen.

Mittlerweile belegen zahlreiche Studien, dass Chloroquin und Hydroxychloroquin nicht gegen eine Corona-Infektion helfen. Bereits im Juni 2020 widerrief die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA eine zuvor erteilte Notfallgenehmigung. Die hatte es Klinik-Ärzt:innen ermöglicht, die beiden Substanzen unter bestimmten Bedingungen bei COVID-19-Patient:innen einzusetzen. Begründung für den Widerruf: neue wissenschaftliche Erkenntnisse und die Beobachtung, dass Patient:innen nach der Gabe von Chloroquin und Hydroxychloroquin vermehrt unter schweren Nebenwirkungen litten.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnte Ende 2020 davor, dass die Einnahme von Chloroquin und Hydroxychloroquin psychiatrische Störungen bis hin zu suizidalem Verhalten begünstigen könne.

In einer Übersichtsstudie untersuchte die Cochrane-Kollaboration insgesamt 14 relevante Studien. Das Fazit auch hier: Kein Nutzen. Außerdem kommen die Autoren zu dem Schluss, „dass keine weiteren Studien mit Hydroxychloroquin oder Chloroquin zur Behandlung durchgeführt werden“ sollten, denn die Aussagekraft der bereits vorhandenen sei hoch genug.

Didier Raoult hielten diese Erkenntnisse aber nicht davon ab, weiterhin offensiv für Chloroquin als Mittel gegen SARS-CoV-2 zu werben und Patient:innen in seinem Institut in Marseille mit dem Arzneimittel zu behandeln.

Wissenschaftler auf Abwegen

Der französische Mikrobiologe Raoult

Raoult ist ein französischer Arzt und Mikrobiologe. Er beschrieb zahlreiche neue Bakterienarten und entdeckte das Riesenvirus Mimivirus. In der wissenschaftlichen Gemeinschaft ist der mittlerweile 70-Jährige dafür durchaus respektiert.

Raoult arbeitete an verschiedenen Forschungsstätten in den USA und Frankreich, bevor er im Jahr 2011 sein eigenes Institut gründete, das Institut hospitalo-universitaire en maladies infectieuses de Marseille (IHU Méditerranée Infection).

Raoult forscht an Chloroquin gegen SARS-CoV-2

Besonders zu Beginn der Corona-Pandemie verharmloste der Forscher das neue Virus. In seiner Veröffentlichung “SARS-CoV-2: Fear versus Data” vom Mai 2020 etwa schrieb er: „Man kommt zu dem Schluss, dass das Problem von SARS-CoV-2 wahrscheinlich überschätzt wird, da jedes Jahr 2,6 Millionen Menschen an Atemwegsinfektionen sterben, während es zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts weniger als 4000 Todesfälle durch SARS-CoV-2 gab.“

Mit der Prognose zu SARS-CoV-2 lag Raoult falsch. Bis zum heutigen Tag starben weltweit mehr als 6,5 Millionen Menschen an einer Corona-Infektion – und ein Ende ist nicht in Sicht.

Raoult arbeitete bereits vor der Corona-Pandemie mit Chloroquin. Laut der Publikations-Datenbank Pubmed veröffentlichte er 38 Arbeiten zu dem Thema.2https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=raoult+d+chloroquine&sort=date&filter=simsearch1.fha 21 dieser Publikationen datieren vor 2020 und beschreiben den Einfluss des Arzneimittels auf verschiedenste Erkrankungen. Seit 2020, und damit in 17 Studien, beschäftigte sich der Franzose mit Corona.

Akademischer Zoff um Raoult und seine SARS-CoV-2-Studien

Nachdem Raoults Chloroquin-Studie aus dem Frühjahr 2020 bereits wegen methodischer Mängel aufgefallen war, schauten einige Kolleg:innen offenbar genauer hin. Eine von ihnen war die niederländische Mikrobiologin Elisabeth Bik, die als Beraterin für wissenschaftliche Integrität arbeitet und Fälschungen vor allem in Abbildungen wissenschaftlicher Veröffentlichungen aufdeckt.

Im März 2020 wurde sie auch in Veröffentlichungen von Didier Raoult zu Chloroquin als Mittel gegen SARS-CoV-2 fündig und schrieb darüber auf ihrem Blog sowie der US-amerikanischen Plattform PubPeer. Dort können Fachkolleg:innen veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten kommentieren, zum Beispiel wenn sie Fehler oder Ungereimtheiten gefunden und mittels entsprechender Nachweise belegt haben.

Pikantes Detail: Bereits im Jahr 2006 sahen sich Raoult und fünf Kollegen mit Vorwürfen konfrontiert – wegen Unstimmigkeiten in Abbildungen. Sie erhielten daraufhin ein einjähriges Publikationsverbot für Journale der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie (ASM).

Die neuerlichen Anschuldigungen brachten Raoult offenbar auf. Er beschimpfte Bik nicht nur öffentlich, sondern zeigte sie sogar wegen Belästigung und Erpressung an. Bis heute ist diese Anzeige nicht abgeschlossen. Bik wiederum erhielt Rückendeckung von mehr als 1000 Forscher:innen und 22 Fachgesellschaften.

Disziplinarverfahren und Rügen

Auch abseits der akademischen Wissenschaft drohte Raoult Ärger. Ende 2020 musste er sich vor einem Disziplinarausschuss der französischen Ärztekammer verantworten. Kolleg:innen beschuldigten ihn, mit seiner Werbung für Chloroquin gegen den ärztlichen Ehrenkodex verstoßen zu haben. Er habe Menschenleben gefährdet, denn der Nutzen des Medikaments sei nicht bewiesen und die Nebenwirkungen teils schwerwiegend. Im Jahr 2021 kamen zu diesen Anschuldigungen noch weitere hinzu, etwa wissenschaftliche Daten gefälscht zu haben, um mit Experimenten erwünschte Ergebnisse zu erhalten. Ende 2021 rügte die Ärztekammer sein Verhalten offiziell.

In weitere Bedrängnis brachte Raoult eine Untersuchung der Nationalen Agentur für Sicherheit von Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten (ANSM) ebenfalls aus dem Jahr 2021. Die französische Behörde sanktionierte Raoults Institut IHU und stellte es gar unter die Vormundschaft der ANSM.3https://www.lexpress.fr/actualite/sciences/ihu-l-ansm-prononce-de-severes-sanctions-contre-l-institut-de-didier-raoult_2175170.html Das war die Folge einer mehrmonatigen Untersuchung, die Anfang 2022 in einem 239-seitigem Bericht4https://ansm.sante.fr/uploads/2022/04/27/20220427-ihu-rapport-inspection-2021-gcp-027.pdf mündete und dem IHU sowie Didier Raoult schwerwiegende Verstöße vorwarf. So solle Raoult klinische Studien ohne Genehmigungen durchgeführt und Dokumente gefälscht haben.

Demontage eines selbsternannten Genies

Vom groß gefeierten Mikrobiologen

Wie konnte es überhaupt soweit kommen? Noch vor zehn Jahren widmete das Fachmagazin Science Raoult mit „Sound and Fury in the Microbiology Lab“ ein Porträt, das das Bild eines erfolgreichen Wissenschaftlers mit „200 Wissenschaftlern und Studierenden an der Universität von Aix-Marseille“ zeichnete (Volltext hier abrufbar). Seine wissenschaftlichen Errungenschaften in der Mikrobiologie stehen außer Frage, die Autorin Catherine Mary beschrieb Raoult als kreativ und genial.

Ähnliche Begriffe nutzte Scott Sayare, als er im Mai 2020 ein umfangreiches Feature über Raoult in der New York Times veröffentlichte.

Über massive Kontrollausübung

Beide Artikel zeigen aber auch einen Menschen, der extrem von sich selbst überzeugt ist. Der in seinem populärwissenschaftlichen Buch „Dépasser Darwin“ wie selbstverständlich Darwins Evolutionstheorie zerlegt. Über den ehemalige Mitarbeiter:innen nur sprechen, wenn sie anonym bleiben dürfen. Sie beschreiben einen Mann, der immer und alles kontrollieren muss. Sayare zitierte einen Weggefährten Raoults: „Er hält alle anderen für wertlos. Und das war schon immer so. Das ist keine neue Entwicklung.“

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine offizielle Untersuchung der französischen Aufsichtsbehörden für soziale Angelegenheiten (IGAS) sowie für Bildung, Sport und Forschung (IGÉSR). Über Monate prüften sie das IHU, dessen Strukturen und Vorgänge. Der Anfang September 2022 veröffentlichte Bericht beschreibt ein Institut mit miserablen Arbeitsklima, Mobbing sowie Konflikten und Rechtsstreitigkeiten; ein Institut, dessen finanzielle Lage sich vor dem Jahr 2020 stetig verschlechtert hatte; ein Institut mit Machtkonzentration und zentralisierten Entscheidungsprozessen: „Professor Raoult ist allgegenwärtig und der endgültige Entscheidungsträger für eine ganze Reihe von Themen und das in allen Bereichen.“

Damit sieht sich Raoult verschiedenen Vorwürfen ausgesetzt, die weit über wissenschaftliches Fehlverhalten hinausgehen. Die Aufsichtsbehörden sprechen von „schwerwiegenden Funktionsstörungen des IHU“ und einem Klima, dass „geeignet [sei], Straftaten oder schwerwiegende Verstöße gegen die Vorschriften im Gesundheits- und Forschungsbereich“ zu begehen. Aus diesem Grund schalteten sie die Staatsanwaltschaft in Marseille ein.

Bis hin zum Rücktritt aus verschiedenen Ämtern

Bereits im Sommer 2021 trat Didier Raoult – offiziell freiwillig – von seinen Posten als Universitätsprofessor und Krankenhausarzt zurück, Ende August 2022 räumte er nun auch seinen Platz an der Spitze des IHU in Marseille. Mit dem Mikrobiologen Pierre-Edouard Fournier schließt ein enger Vertrauter und langjähriger Mitarbeiter Raoults diese Lücke.

Wissenschaftliches Fehlverhalten

Mittlerweile versammelt PubPeer unter dem Suchbegriff „Raoult“ 406 Einträge (Stand: 3. Oktober 2022), Tendenz steigend. Anfang September berichtete Retraction Watch – eine Plattform, die Verfahren rund um zurückgezogene („retracted“) wissenschaftliche Arbeiten beobachtet –, dass die Universität Aix Marseille sechs wissenschaftliche Veröffentlichungen von Didier Raoult wegen „schwerwiegender Mängel“ untersucht.

Die Vorwürfe betreffen aktuell sechs Veröffentlichungen. Sie stammen aus den Jahren 2016, 2018 und 2019 – wurden somit also alle vor der Corona-Pandemie veröffentlicht. Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Wochen und Monaten noch viele Untersuchungen folgen. Material gibt es reichlich. Pubmed listet unter „Raoult D“ 2.649 Ergebnisse.


Readaktion: Nicola Kuhrt, Nicole Hagen

  • 1
    https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RI/2020/RI-hydroxychloroquin3.html
  • 2
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/?term=raoult+d+chloroquine&sort=date&filter=simsearch1.fha
  • 3
    https://www.lexpress.fr/actualite/sciences/ihu-l-ansm-prononce-de-severes-sanctions-contre-l-institut-de-didier-raoult_2175170.html
  • 4
    https://ansm.sante.fr/uploads/2022/04/27/20220427-ihu-rapport-inspection-2021-gcp-027.pdf