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MedWatch-Check Was sagen die Krankenversicherer zu Nosoden?

Zuckerkugeln auf einem Tisch
Impfen mit „Impfnosoden“? Nein. © ElliRakete / Pixabay

Auf den Seiten eines Anbieters von sogenannten Autonosoden (Eigenblut, Eigenurin, Plazenta …) findet sich auch dieses Aussage: „In vielen Fällen tragen die Privaten Krankenversicherungen die Kosten für die Herstellung der Eigenblutnosoden. Die Kostenübernahme durch die Gesetzlichen Krankenversicherungen ist derzeit noch nicht geklärt.“

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe schreibt: „Da es wohl keine Evidenz für die Wirksamkeit dieser Maßnahme gibt, handelt es sich um keine GKV-Leistung.“ [Anmerkung: GKV = Gesetzliche Krankenversicherung] Die Anbieter privater Krankenversicherungen hingegen sind sich weniger einig. Hier sind ihre Antworten:

Signal-Iduna: Grundsätzlich muss eine medizinische Notwendigkeit für eine Behandlung gegeben sein. Beinhaltet ein Tarif Leistungen für alternative Behandlungsverfahren nach dem Hufeland-Verzeichnis, können NosodenNosoden Nosoden sind homöopathische Verdünnungen eines Krankheitsauslösers. Geprägt wurde der Begriff Nosode (»nosos« – Krankheit) von Constantin Hering. Seine ursprüngliche Idee – ein Gleichheitsprinzip – greift auf pathogene Substanzen zurück, um die von ihnen ausgelösten Krankheiten mit ihnen selbst zu heilen. So sollen demnach mit Eiter, Krebszellen oder Krankheitserregern wie Viren und Bakterien eitrige Erkrankungen, Krebs, virale oder bakterielle Infektionen geheilt werden können. Die pathogenen Substanzen werden dafür gelöst und anschließend so stark verdünnt, dass kein Ausgangsmaterial mehr vorhanden ist. Die Wirkung soll – wie in der Homöopathie typisch – nicht der Stoff an sich, sondern das Gedächtnis des Wassers, in dem dieser gelöst wurde, hervorbringen. Die ultrahoch verdünnte Nosode beinhält keinerlei Wirksubstanzen mehr. als Therapieoption geprüft werden. Bei allen anderen Tarifen erfolgt eine individuelle Leistungsprüfung anhand der Schwere der Erkrankungen. “

Barmenia: „In der Regel sind Leistungen der HomöopathieHomöopathie Der deutsche Arzt Samuel Hahnemann postulierte gegen Ende des 18. Jh.s: »Ähnliches heilt Ähnliches«. So leitet sich das Wort Homöopathie von Homoion (für ähnlich) und Pathos (für Leiden) ab. Hahnemann verfolgte die Theorie, dass der Auslöser einer Krankheit oder der Auslöser für bestimmte Symptome auch zu deren Therapie genutzt werden kann. Bekanntestes Beispiel dafür ist die Chinarinde, mit der früher Malaria behandelt wurde. Die Einnahme dieser löste in einem Selbstversuch Hahnemanns Symptome einer Malaria aus. Damit sah er seine Theorie bestätigt. Die Homöopathie ist heute eine eigenständige Therapieform in der Alternativmedizin. Häufig werden für Globuli und Tinkturen die eingesetzten Substanzen zur Behandlung so stark verdünnt, dass in ihnen kein Wirkstoff mehr vorhanden ist. Für die Wirkung der Verdünnungen (Potenzen) wird ein Gedächtnis des Lösungsmittels, z.B. Wasser, angenommen. Für solch ein Gedächtnis von Wasser oder für eine generelle Wirkweise der Homöopathie über den Effekt eines Placebos hinaus gibt es jedoch keine wissenschaftlichen Belege; trotz mehr als 200 hochwertiger Studien dazu. und die im Rahmen dieser Heilkunde verwendeten Therapeutika je nach Tarif erstattungsfähig. Bei manchen Therapieansätzen erfolgt eine Einzelfallprüfung.“

HanseMerkur: Aus Tarifen, die eine Kostenübernahme für Behandlungen im Rahmen des sogenannten Hufeland-Leistungsverzeichnis vorsehen, leisten wir grundsätzlich auch für eine TherapieTherapie Therapie bezeichnet eine Heil- oder Krankenbehandlung im weitesten Sinn. Es kann hierbei die Beseitigung einer Krankheitsursache oder die Beseitigung von Symptomen im Mittelpunkt stehen. Ziel einer jeden Therapie ist die Widerherstellung der physischen und psychischen Funktionen eines Patienten durch einen Therapeuten. Soweit dies unter den jeweiligen Bedingungen möglich ist. mit Nosoden. Dies bezieht sich jedoch ausschließlich auf Präparate, die als ArzneimittelArzneimittel Arzneimittel sind Stoffe oder Zubereitungen aus Stoffen, die angewandt werden, um Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder Beschwerden zu heilen, zu lindern oder zu verhüten. Es kann sich hierbei ebenfalls um Mittel handeln, die dafür sorgen, dass Krankheiten oder Beschwerden gar nicht erst auftreten. Die Definition beinhaltet ebenso Substanzen, die der Diagnose einer Krankheit nutzen oder seelische Zustände beeinflussen. Die Mittel können dabei im Körper oder auch am Körper wirken. Das gilt sowohl für die Anwendung beim Menschen als auch beim Tier. Die gesetzliche Definition von Arzneimitteln ist im § 2 Arzneimittelgesetz (AMG) enthalten. zugelassen sind und somit die Wirksamkeit, die Unbedenklichkeit und die Qualität des Arzneimittels belegt sind.
Nosoden aus eigenem Körpermaterial, oder Nosoden, die Impfungen verstärken oder Impfnebenwirkungen ausleiten sollen, erfüllen diese Kriterien nicht. Eine Kostenübernahme ist unsererseits daher nicht vorgesehen.“

AXA: „Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die eine vom Placebo-Effekt unterscheidbare medizinische Wirksamkeit von Nosoden belegen. Dies gilt auch für ImpfnosodenImpfnosoden Impfnosoden sind homöopathische Verdünnungen eines Impfstoffes. Geprägt wurde der Begriff Nosode (»nosos« – Krankheit) von Constantin Hering. Seine ursprüngliche Idee – ein Gleichheitsprinzip – greift auf pathogene Substanzen zurück, um die von ihnen ausgelösten Krankheiten mit ihnen selbst zu heilen. So sollen demnach mit Eiter, Krebszellen oder Krankheitserregern wie Viren und Bakterien eitrige Erkrankungen, Krebs, virale oder bakterielle Infektionen geheilt werden können. Die pathogenen Substanzen werden dafür gelöst und anschließend so stark verdünnt, dass kein Ausgangsmaterial mehr vorhanden ist.Im speziellen Fall der Impfnosoden (basierend auf der Idee von Tinus Smits) wird ein Impfstoff so stark verdünnt, dass er nicht mehr vorhanden ist. Die Wirkweise ist wie in der Homöopathie typisch, nicht der Stoff, sondern das Gedächtnis des Wassers, in dem er gelöst wurde. Hiervon versprechen sich Anwender eine Senkung der Nebenwirkungen einer Impfung oder gar eine Verhinderung von befürchteten Impfschäden. Die Einnahme einer Impfnosode kann vor der eigentlichen Impfung stattfinden, um den Körper auf diese vorzubereiten, oder nach einer Impfung, um den Körper zu »reinigen«. Dieser Vorgang nennt sich Drainage oder Ausleiten einer Impfung. Keine kontrollierte Studie konnte solch einen Nutzen nachweisen. Dieses Vorgehen scheint keine Nebenwirkungen an sich zu haben, allerdings besteht die Gefahr darin, dass Anwender glauben, Impfungen würden den Körper vergiften. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass Impfnosoden oftmals als »homöopathische Impfung« bezeichnet werden. Dies kann zu dem irrigen Glauben führen, es würde sich hierbei um eine Alternative zur klassischen Impfung handeln. Das ist nicht der Fall! Die ultrahoch verdünnte Impfnosode beinhält keinerlei Wirksubstanzen mehr und ist als Impfung somit unbrauchbar. oder sonstige Homöopathika, die gegen Beschwerden eingesetzt werden, die nach Impfungen auftreten („Ausleitung“) oder die eine Impfwirkung verstärken sollen.
Aufgrund der nicht nachgewiesenen therapeutischen Wirksamkeit erfüllen Nosoden nicht die Leistungsvoraussetzung der medizinischen Notwendigkeit. Sie sind deshalb grundsätzlich nicht erstattungsfähig.“