Corona-Impfung für Kinder Kinder mit Impfungen vor Corona schützen

Corona-Impfung: Ein Mädchen wird geimpft.
Corona-Impfung: Ein Mädchen wird geimpft. Foto: Irina Tiumentseva / Pexels Ein Mädchen wird geimpft.

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Am Coronavirus erkranken noch immer viele Menschen. Die aktuell verbreitete Variante Omikron verursacht zwar seltener schwer krankmachende Verläufe als das ursprüngliche Coronavirus. Dennoch müssen bestimmte vorerkrankte Menschen einen potenziell lebensbedrohlichen Verlauf fürchten. Auch Kinder erkranken und stecken ihre Mitmenschen an. In seltenen Fällen erkranken auch sie schwer – insbesondere dann, wenn sie vorerkrankt sind.
Unter allen medizinischen Maßnahmen bietet die Impfung den besten Schutz vor einer Erkrankung. Bei der Impfung entstehen keine Coronaviren. Sie hilft dem Immunsystem, sich im Fall einer Infektion mit Corona gezielt gegen das Virus zu wehren. Impfungen gehören zu den sichersten und wirksamsten Mitteln der Medizin: Dank ihnen konnte die Kindersterblichkeit in den letzten 30 Jahren halbiert werden.

Wo gibt es Impfungen?

In Deutschland ist die Corona-Impfung kostenlos. Einerseits bieten zentrale Ankunftsstellen Impfungen an. Dort sind Ärzte und Impfstoffe oft begrenzt. In den meisten Fällen sollen Kinder zuerst geimpft werden, außer bei dem Coronavirus: Weil vorerkrankte und ältere Menschen öfter schwer erkranken als Kinder, sollen diese noch vor den Kindern geimpft werden.
Außerhalb der Ankunftsstellen können Ärzte in jeder Stadt Deutschlands impfen. Eine Anmeldung ist per direktem Anruf in einer Arzt-Praxis oder unter der Telefonnummer 116 117 möglich. Auch einige Apotheken dürfen mittlerweile gegen Corona impfen – allerdings nur, wenn die Patienten über 18 Jahre alt sind.

Jugendliche ab zwölf: Impfen wie Erwachsene

Die meisten Corona-Impfstoffe, die in der Ukraine gebräuchlich sind – z.B. CoronaVac und Covaxin – werden in Deutschland nicht geimpft. Alle Erwachsenen unter 30 Jahren erhalten hier den Impfstoff Comirnaty von Biontech/Pfizer. In einigen Wochen könnte außerdem Nuvaxovid als neuerer Impfstoff für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren in Frage kommen.

Wer über 12 Jahre alt und noch nicht geimpft ist, sollte sich und seine Mitmenschen durch eine Impfung mit Comirnaty vor dem Coronavirus schützen. Dafür sind zwei Impfungen im Abstand von drei bis sechs Wochen nötig.

Wer in der Ukraine bereits gegen Corona geimpft worden ist, etwa mit den Impfstoffen Covaxin/BBV152, Covilo/BIBP-CorV, CoronaVac oder Sputnik V, sollte drei Monate nach der letzten Corona-Impfung zusätzlich mit Comirnaty geimpft werden. Wies ein Labor in der Zwischenzeit nach, dass sich ein Kind mit SARS-CoV-2- infiziert hatte, sollte ebenfalls frühestens drei Monate nach der Corona-Diagnose wieder geimpft werden.

Dieselben Empfehlungen geben Experten in Deutschland auch Erwachsenen. Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren erhalten die gleiche Comirnaty-Dosis. Der einzige Unterschied: Für Erwachsene ab 30 Jahren kommt neben Comirnaty noch Spikevax von Moderna in Frage.

Und Kinder unter zwölf Jahren?

Kinder zwischen fünf und elf Jahren sollten geimpft werden, wenn sie selbst ein hohes Risiko haben, nach einer Infektion mit dem Coronavirus einen schweren COVID-19-Verlauf zu erleiden. Auch wäre bei ihnen eine Impfung ratsam, wenn sie in engem Kontakt mit Menschen stehen, denen ein schwerer Krankheitsverlauf im Infektionsfall drohen würde.

Diese Gefahr haben zum Beispiel Kinder mit starkem Übergewicht, angeborenen Herzfehlern, chronischen Lungenerkrankungen oder Trisomie 21. Auch Kinder mit Tumorerkrankungen oder Diabetes Mellitus mit schlecht eingestelltem Blutzucker haben ein höheres Risiko. Das Gleiche gilt für Kinder, die Medikamente einnehmen, die ihr Immunsystem unterdrücken. Auch gesunde Kinder unter 12 Jahren können geimpft werden, wenn sich das Kinder oder Eltern wünschen.

Kinder in diesem Alter bekommen einen speziellen Comirnaty-Kinderimpfstoff. Er ist schwächer dosiert als der, den Jugendliche und Erwachsene erhalten.

Für Kinder unter fünf Jahren ist bislang noch kein Corona-Impfstoff zugelassen. Noch arbeiten die Hersteller daran, zu untersuchen, wie der Impfstoff Kinder in diesem Alter vor Corona schützt und wie sicher er ist. In bestimmten Fällen impfen manche Ärzte bereits Kinder unter fünf Jahren.

Risiken und Nebenwirkungen von Impfungen sehr selten

Der Impfstoff Comirnaty ist sicher und bietet einen guten Schutz. Seit er eingesetzt wird, gab es keine Signale, die auf etwas anderes hindeuten. Wie viele andere Impfstoffe löst er einige Tage nach der Impfung bei manchen Patienten Schmerzen an der Einstichstelle oder Fieber aus. Diese Reaktion zeigt, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert. Nach wenigen Tagen verschwinden die Reaktionen restlos.

Bei anderen Impfstoffen und auch Comirnaty wurde berichtet, dass in extrem seltenen Fällen Herzmuskelentzündungen bei Kindern aufgetreten sind. Die Gefahr war aber höher, nach einer Coronavirus-Erkrankung eine Herzmuskelentzündung zu entwickeln.

Auch bei Kindern zwischen fünf und elf Jahren wurden nur extrem selten schwere Nebenwirkungen beobachtet, und zwar in 0,0024 Prozent der Fälle. Jedes Kind überlebte den Vorfall, fast jedes ohne Folgen.

Wichtige Informationen (auf Deutsch)

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Liste_Impfung_Kinder_Jugendliche.html
https://www.zusammengegencorona.de/faqs/spezifische-personengruppen/corona-schutzimpfung-ab-5-jahren/

Wichtige Informationen (auf Ukrainisch bzw. Russisch)

https://medwatch.de/2022/03/04/impfung-corona-ukraine/

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