Neue Studienergebnisse Offizielle Entwarnung für Aluminium in Kosmetika

Foto von Deos in einem Supermarkt.

In Medien ist immer wieder von möglichen Gefahren durch Aluminium in Deos zu hören, auch Behörden warnten. Zusammen mit dem Youtube-Kanal „maiLab“ gibt MedWatch einen Überblick zum Stand der Wissenschaft – nachdem die zuständige Bundesbehörde eine kürzlich veröffentlichte Stellungnahme zurückziehen oder korrigieren müsste.

In Drogeriemärkten prangt auf Deos fast durchgängig der Aufdruck „Null Prozent Aluminium“ – viele Verbraucher glauben, dass sie hiermit etwas gutes für ihre Gesundheit tun. Alu hat seit einigen Jahren einen schlechten Ruf: Auch durch die vor acht Jahren ausgestrahlte Arte-Doku „Die Akte Aluminium“ wurde von einem fragwürdigen Wissenschaftler der Verdacht verbreitet, das Leichtmetall würde für zahlreiche Krankheiten verantwortlich sein.

Obwohl es bislang wenig verlässliche Studien gab, warnte erst im November 2019 das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): „Reduzierung der Aluminiumaufnahme kann mögliche Gesundheitsrisiken minimieren“, so der Titel der Stellungnahme. „Wer seine Aluminiumaufnahme reduzieren will, sollte sparsam mit aluminiumhaltigen Antitranspirantien und aluminiumhaltigen Zahnpasten umgehen“, schrieb das BfR weiter. Beides trage „erheblich zur Gesamtmenge an aufgenommenem Aluminium bei.“ Und: „Durch die reduzierte Verwendung oder einen Verzicht dieser Produkte könne die Aluminiumbelastung deutlich gesenkt werden“, erklärte das Institut.

Doch dies stimmt laut aktuellen Studien nicht – bei Veröffentlichung der BfR-Stellungnahme waren diese Analysen noch im Abschluss, wobei letzteres dem Institut zumindest in Bezug auf ein damals noch laufendes Risikobewertungsverfahren auf EU-Ebene bekannt war. Auch arbeitete eine Mitarbeiterin des BfR an der Stellungnahme mit. Sie war allerdings gegenüber dem Institut zur Verschwiegenheit verpflichtet, so dass dieses die Ergebnisse noch nicht kannte.

Was macht das Alu in Kosmetika?

Aluminium wird in Antitranspirantien verwendet, da das Element zusammen mit Proteinen im Schweiß „verklumpt“ und dies die Schweißdrüsen verstopft. Hierdurch wird der Schweiß gestoppt – anders als bei Deos, die generell kein Aluminium enthalten nur über Duftstoffe oder antibakterielle Inhaltsstoffe den unangenehmen Geruch überdecken oder dessen Entstehung verhindern. Unter anderem da Aluminium mit Proteinen recht große Molekülkomplexe bildet, wird seine Aufnahme durch die Haut erschwert. Auch in anderen Kosmetika wird Aluminium in geringen Mengen eingesetzt, in einigen Whitening-Zahncremes etwa oder in Farbstoffen von Lippenstiften. Hier ist die Bioverfügbarkeit gering – also der Anteil, der in den Kreislauf übergeht.

Um die Aufnahme von Aluminium durch die Haut zu untersuchen, haben Wissenschaftler dies bei Mäusen erforscht – oder an präparierter Haut eines verstorbenen Menschen. Lange war eine vor knapp 20 Jahren durchgeführte Studie die wichtigste Grundlage für die Risikobewertung, bei der an zwei Personen die Aufnahme eines radioaktiven Aluminium-Isotops analysiert wurde. Doch bei dieser Untersuchung haben die Testpersonen nur jeweils ein einziges Mal die aluhaltige Flüssigkeit aufgetragen. Die Ergebnisse waren alles andere als verlässlich und übertragbar.

Rasieren für die Wissenschaft

2014 hat der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS) bei der EU-Kommission den Auftrag bekommen, die Sicherheit von Alu in Kosmetika neu zu bewerten. Er stellte fest, dass es hierzu nicht genug Daten gibt, und forderte die Industrie auf, die Aufnahme von Alu durch die Haut weiter zu erforschen. Hierzu wurde zunächst in einer – vom europäischen Herstellerverband „Cosmetics Europe“ bezahlten Studie – an zwölf gesunden Probandinnen untersucht, was mit Alu aus Antitranspirantien passiert. Zu diesem Zweck verwendeten die Probandinnen das leicht radioaktive Präparat: Anschließend konnten die Forscher das über den Versuch aufgenommene Aluminium von herkömmlichem, nicht radioaktivem unterscheiden. Auch rasierten sich die Versuchsteilnehmerinnen in bestimmten Intervallen die Achseln: So sollte herausgefunden werden, ob Rasuren die Aluminiumaufnahme erhöhen.

Insgesamt ist die diese sehr gering, stellten die Forscher fest. 2016 legte „Cosmetics Europe“ die Studienergebnisse dem SCCS vor. Sie reichten dem Ausschuss allerdings nicht aus, da nicht klar genug geworden sei, wohin das verwendete Aluminium stattdessen verschwunden ist – er forderte eine weitere Studie an. Bei ihr verwendeten wiederum mehrere Probandinnen das leicht radioaktive Präparat. Die Wissenschaftler untersuchten über mehrere Tage, wieviel jeweils im Urin und Stuhl gelandet ist – wie auch im Blut, in der Kleidung, auf der Haut oder im Wasser, mit dem die Probandinnen sich gewaschen haben. Auch wurden an den Probandinnen Hautbiopsien vorgenommen, um zu untersuchen, wieviel des radioaktiven Aluminiums sich in der Haut abgelagert hatte.

Alu in Kosmetika ist laut dem EU-Ausschuss sicher

Erste Ergebnisse wurden im Dezember vorgestellt, MedWatch und Zeit Online haben zusammen hierüber berichtet: „Im Lichte der neu zur Verfügung gestellten Daten betrachtet der SCCS die Verwendung von Aluminiumverbindungen als sicher“ – wobei Alu-Konzentrationen von bis zu 10,6 Prozent in Sprüh-Antitranspirantien, von bis zu 6,25 Prozent in anderen Antitranspirantien oder von bis zu 0,77 Prozent in Lippenstiften betrachtet wurden. Zur systemischen Aufnahme von Aluminium leiste die tägliche Anwendung von Kosmetikprodukten keinen signifikanten zusätzlichen Beitrag, stellt das Expertengremium fest: Denn etwa über die Nahrungsaufnahme oder über das Trinkwasser nehmen Menschen erheblich größere Mengen des Leichtmetalls zu sich.

„Aluminium-Messungen auf T-Shirts und auf für die Experimente verwendete Ausrüstung stellen robuste Evidenz dafür dar, dass die große Mehrheit der angewandten Dosis außerhalb des Körpers bleibt“, erklärt der Ausschuss in seiner inzwischen verabschiedeten Stellungnahme, deren Entwurf er im Dezember 2019 veröffentlicht hatte. In der Haut ließe sich praktisch kein Aluminium nachweisen. Insgesamt „kann geschlussfolgert werden, dass über Antitranspirantien-Formulierungen angewandtes Aluminium außerhalb des Körpers bleibt“, stellt der SCCS fest.

Die von „Cosmetics Europe“ beauftragten Studien werden von anderen Untersuchungen bestätigt, auch wenn diese nicht auf einem so ausgefeilten Versuchsdesign beruhen. So von einer, die der Nürnberger Arbeitsmediziner Hans Drexler im September publiziert hat: Für diese haben mehrere Probanden über zwei Wochen täglich ein Antitranspirant benutzt. Die Forscher untersuchten die Alu-Konzentrationen im Blut und Urin – allerdings handelte es sich um das normale, nicht-radioaktive Element, sodass sich nicht nachvollziehen ließ, wieviel von dem Studien-Antitranspirant kam. Das Team fand im Vergleich zu den Alu-Konzentrationen in Zeiten ohne Verwendung des Antitranspirants jedoch keine messbare Zunahme. „Die Aluminiumaufnahme über Deos ist so gering, dass sie im Grundrauschen der alltäglichen Aufnahme über Luft und Nahrung untergeht“, sagte Drexler gegenüber MedWatch. Ohnehin seien die täglichen spontanen Schwankungen so groß, dass der zusätzliche Eintrag nicht messbar ist. Seine Studie hat er nach eigenen Angaben ohne externe Gelder durchgeführt – und ohne Interessenskonflikte.

Bundesinstitut in der Zwickmühle

Wie bewertet das Bundesinstitut die inzwischen finale Bewertung des EU-Ausschusses? „Das BfR wird mit den neuen Erkenntnissen der SCCS-Stellungnahme die BfR-Stellungnahme zu Aluminium in Antitranspirantien überarbeiten“, erklärte das Bundesinstitut im Februar gegenüber MedWatch – damals lag ein Entwurf des Papiers vor. Wie eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz ergab, machte es im damaligen Anhörungsprozess des SCCS keine grundlegende Kritik geltend – sondern erklärte nur, dass an ein paar Stellen der EU-Stellungnahme weitere Angaben hilfreich seien. Inzwischen klingt es Seitens des BfR jedoch anders: „Inwieweit der fachliche Austausch mit dem SCCS inhaltliche Anpassungen bei der Aluminium-Stellungnahme des BfR zur Folge hat, ist derzeit Gegenstand noch laufender Arbeiten“, erklärt ein Sprecher nun. „Wenn diese abgeschlossen sind, werden wir die daraus resultierenden Informationen der Öffentlichkeit zugänglich machen.“ Eine Abschätzung der benötigten Zeit sei nicht möglich.

Klar ist, dass das Institut mit seiner zu einem fragwürdigen Zeitpunkt veröffentlichten Stellungnahme zur Verunsicherung von Verbrauchern beigetragen hat – auch wenn es jetzt, wenige Monate später, seine Stellungnahme von November zurückzieht oder korrigiert. „Vom Deo bis zur Grillschale: Gesundheitsrisiko Aluminium – Institut rät zu Verzicht“, hatte die Deutsche Presse-Agentur unter Bezug auf das BfR geschrieben. „Besonders wichtig: Auf Deos mit Aluminium verzichten“, erklärte die NDR-Sendung „Visite“ ihren Zuschauern damals.

Werben Hersteller weiterhin mit „Null Prozent Aluminium“?

In Deutschland werden viele Kosmetik-Hersteller vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel vertreten. „Da Verbraucherwünsche sehr unterschiedlich sein können, bietet der Markt für alle Bedürfnisse eine Auswahl entsprechender Produkte an, um jede bestehende Nachfrage zu bedienen“, erklärt der Verband auf Nachfrage – ein Verzicht auf bestimmte Inhaltsstoffe wie etwa Aluminiumsalze könne viele Motive haben. So: „Fragen des persönlichen Lebensstils“. Die Hersteller richteten sich „nach diesen Verbraucherbedürfnissen und kennzeichnen auf einigen Produkten, ob diese einen bestimmten Inhaltsstoff enthalten oder nicht“, erklärt der Verband.

Die Stellungnahme des SCCS bewertet der Konzern Unilever als „sehr positiv“, erklärt eine Sprecherin – die niederländisch-britische Firma stellt beispielsweise Kosmetika der Marken „Dove“ und „Axe“ her. In der Kommunikation stelle die Firma „immer die besonderen Eigenschaften eines Produktes“ heraus, die es vom Wettbewerb abheben. Die Sicherheit eines Rohstoffes oder eines Produktes jedoch nicht, da Verbraucher ohnehin mit Recht davon ausgehen könnten, dass diese immer gewährleistet ist. Doch der durchschnittlich informierte Verbraucher wisse nicht unbedingt, dass Deos eigentlich immer kein Aluminium enthält – anders als Antitranspirantien. „Daher ist es aus unserer Sicht weiterhin sinnvoll, einen zusätzlichen Hinweis zu geben, ob in einem Produkt Aluminiumsalze eingesetzt werden oder nicht“, sagt die Sprecherin.

„Vor einigen Jahren hat sich zunehmend gezeigt, dass viele Verbraucher – getrieben auch durch die Berichterstattung über angebliche Gesundheitsrisiken – auf Aluminiumsalze verzichten und stattdessen verstärkt auf aluminium-freie Deodorants zurückgreifen wollten“, erklärt eine Sprecherin von Beiersdorf – zu dem Konzern gehört etwa die Marke „Nivea“. Dieser sieht die SCCS-Stellungnahme als „erneute Bestätigung für die Sicherheit von Aluminiumsalzen in kosmetischen Produkten“, deren Alu-Konzentrationen unter den vom SCCS verwendeten Grenzwerten liegen – wie wohl fast alle auf dem Markt erhältlichen Produkte. Beiersdorf will sich jedoch nicht zur Frage äußern, ob die Firma nun auf die fragwürdige Werbung mit „Null Prozent Aluminium“ verzichten will. „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir etwaige strategische Pläne grundsätzlich nicht kommentieren“, erklärt die Sprecherin. Derartige Aussagen dienten aber der „besseren Orientierung und Differenzierung“.

Drogeriekette „dm“ bleibt auch bei „Null Prozent“

Ähnlich sieht es der Konsumgüter-Konzern Procter & Gamble, der die SCCS-Stellungnahme als „für die gesamte Kosmetikindustrie relevant“ bezeichnet. Doch da bei Verbrauchern zum Unterschied zwischen Antitranspirantien und Deos Unklarheiten bestehen „haben wir uns dazu entschlossen, die 0 Prozent Aluminium Auslobung auf unseren Deodorant-Produkten vorzunehmen“, erklärt ein Sprecher. Rossmann und L’Oreal ließen Anfragen von MedWatch bis Redaktionsschluss offen. Die Drogeriekette „dm“ erklärte gleichfalls, an den Angaben festhalten zu wollen. „Wir bei dm bemerken, dass unsere Kunden an Inhaltsstoffen bei Deos interessiert sind und sich Informationen dazu auf den Produkten der dm-Marken, wie beispielsweise ‚ohne Aluminium‘, wünschen“, sagt Kerstin Erbe,  bei „dm“ als Geschäftsführerin verantwortlich für das Ressort Produktmanagement, auf Nachfrage von MedWatch.

„Wir sehen uns nicht dazu berufen, die in der Stellungnahme des wissenschaftlichen Ausschusses dargestellten Erkenntnisse unsererseits zu bewerten“, erklärt der Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel, bei dem insbesondere auf „Naturkosmetik“ spezialisierte Firmen Mitglied sind. Immerhin: „Der BDIH sieht keine Veranlassung, die Ergebnisse der SCCS-Opinion in Zweifel zu ziehen.“

So werden viele Verbraucher weiterhin wohl sicherheitshalber zum Deo mit „Null Prozent Aluminium“ greifen. Um die Aufnahme von Aluminium zu reduzieren, empfehlen sich jedoch andere Schritte – so der Verzicht auf unbeschichtete Alufolien, aus denen sich etwa bei Zubereitung saurer Speisen nennenswerte Mengen Alu lösen können.


Nachtrag: Am 20. Juli veröffentlichte das BfR eine überarbeitete Stellungnahme: „Durch die Haut wird signifikant weniger Aluminium aufgenommen als auf bislang vorliegender, limitierter Datenbasis berechnet“, erklärt BfR-Präsident Andreas Hensel. Der Beitrag von Kosmetika bei der Aluminiumaufnahme von Menschen sei „sehr gering“, die Aufnahme über andere Quellen wie Lebensmittel sei „im Vergleich deutlich höher“. Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den regelmäßigen Gebrauch von Alu-haltigen Antitranspirantien „sind nach gegenwärtigem wissenschaftlichen Kenntnisstand somit unwahrscheinlich“, erklärt das BfR: Alu-haltige Antitranspirantien „können täglich benutzt werden“.

Das Video vom Youtube-Kanal „maiLab“ zum Thema

Update: Wir hatten zunächst geschrieben, dass nur sechs der Probandinnen bei der ersten von europäischen Herstellerverband „Cosmetics Europe“ bezahlten Studie das radioaktive Aluminiumisotop verwendet haben; tatsächlich waren es alle zwölf Probandinnen. Dies haben wir korrigiert.

Redaktionsteam

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20 Kommentare zu „Offizielle Entwarnung für Aluminium in Kosmetika

  1. “2014 hat der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (SCCS) bei der EU-Kommission den Auftrag bekommen, die Sicherheit von Alu in Kosmetika neu zu bewerten. Er stellte fest, dass es hierzu nicht genug Daten gibt, und forderte die Industrie(!!!) auf, die Aufnahme von Alu durch die Haut weiter zu erforschen.”

    Ich musste ein wenig schmunzeln, wenn auch leicht angebittert. Also wenn die Industrie sagt das Aluminium jetzt doch kein Problem ist, dann glauben wir der Industrie halt mal. Welche von der Verarbeitung von Aluminium profitiert.

    Sollten das nicht lieber unabhängige Mediziner in aussagekräftigen Studien (und nicht Pseudoversuchen an irgendwelchen 12 Damen) herausfinden damit man sowas auch ernst nehmen kann?

    Man kommt sich ein bisschen vor als wäre man beim Postillon gelandet, bei diesem Artikel hier, sorry.

    1. So funktioniert das System in Europa halt – Unternehmen, die etwas Bestimmtes auf den Markt bringen wollen, müssen Studien vorlegen und zeigen, dass ihre Produkte unbedenklich sind. Genauso wie bei Arzneimitteln etc. Geprüft werden diese aber eben soweit möglich – die erste Studie wurde vom Ausschuss ja nicht akzeptiert. Und es gibt unabhängige Untersuchungen, nach denen Aluminium in Antitranspirantien gleichfalls kein Problem ist.

  2. Euer Bericht bringt mich mit Sicherheit nicht dazu Kosmetika mit Aluminium zu verwenden.
    Unternehmen müssen Studien vorlegen das ist schon richtig.
    Ich halte aber nur die Sudien für glaubhaft bei denen unzweifelhaft nachweisbar ist, dass die durchführenden Wissenschaftler unabhängig sind.
    Außerdem müssen solche Studien mehrfach nachvollzogen werden um wirklich aussagekräftig zu sein.
    Hier Entwarnung zu geben halte ich für vorschnell und damit fahrlässig.

    W.Schwenn

    1. Hallo Herr Schwenn, danke für Ihr Feedback. Es gibt bislang keine Studien, nach denen größere Mengen Aluminium über Antitranspirantien in den Körper gelangen – Warnungen beruhten vor allem auf dem Vorsorgeprinzip. Die aktuellen Ergebnisse passen zu anderen (unabhängigen) Studien, über die ich hier mehr geschrieben hatte: https://medwatch.de/2019/12/12/alu-deos-sind-laut-neuen-studien-sicher/

      Schöne Grüße!
      Hinnerk Feldwisch-Drentrup

      1. Guten Tag
        Der europäischen Herstellerverband „Cosmetics Europe“, bezahlte diese Studie. Das wäre so , wie wenn VW seine Abgasewerte selber überprüft hätte. Finden sie das seriös?

        1. So funktioniert das System in Europa bisher – Unternehmen, die etwas Bestimmtes auf den Markt bringen wollen, müssen Studien vorlegen und zeigen, dass ihre Produkte unbedenklich sind. Genauso wie bei Arzneimitteln etc. Es wäre natürlich auch eine Möglichkeit, dass die Allgemeinheit die Studien bezahlt – da würde es aber sicher auch Widerstand geben. Geprüft werden diese aber eben soweit möglich – die erste Studie wurde vom Ausschuss ja nicht akzeptiert. Und es gibt unabhängige Untersuchungen, nach denen Aluminium in Antitranspirantien gleichfalls kein Problem ist.

  3. Die “Rücksichtnahme” des Marktes auf einen “individuellen Lebensstil” hat zur Folge, dass sehr viele Menschen allein durch diese “Angebote” mit ” O Prozent Aluminium” verunsichert werden. Man kann diese “Rücksichtnahme” auch so formulieren, dass es sich um die Ausnutzung von Desinformation und Vorurteilen handelt, um die eigene Geschäftsbasis zu verbreitern. Das Gerede der Industrievertreter drumherum ist bezeichnend. Warum muss ich hier gleich an die “homöopathieverträgliche Zahnpasta” denken… ?
    Wer in der gesundheitlichen Aufklärung tätig ist, weiß zudem, welche Auswirkungen der auch von der Industrie mitgetragenen Anti-Aluminium-Bewegung auf die Impfskeptikerszene hat, die seit jeher damit befeuert wird, Impfungen seien “wegen Aluminium” schädlich. Sind die ganz bestimmt nicht, zumal in der wichtigsten, der kombinierten MMR-Impfung, niemals Aluminiumverbindungen enthalten waren. So zieht diese bedenkenlos verbreitete Geschichte ihre Kreise, woran sich letztlich leider sogar das BfR beteiligt hat.
    PS Wirklich außerordentlich freundlich, liebe Leute von MedWatch, dass ihr den Verantwortlichen für das Filmmachwerk “Die Akte Aluminium” als “Wissenschaftler” bezeichnet (wenn auch als einen “fragwürdigen”).

  4. Was soll mit diesem Artikel erreicht werden? Dass die Leute wieder aluhaltige Deos verlangen? Dass jene Deo-Hersteller, die noch nicht auf Null-Alu-Deos umgestellt hatten, endlich wieder ihre Deos verkaufen? Je weniger Alu, umso besser, finde ich. Ist doch gut, wenn man mittlerweile weiss, dass man sehr gut ohne Alu im Deo auskommt. Bei euch könnte man grad meinen, man müsse jetzt unbedingt wieder zurück zum guten alten Alu-Deo. Aber wozu? Was habt ihr davon? Oder gehts nur ums Wiederlegen, Wiederlegen, Wiederlegen? Für die Umwelt ist es doch sicher ebenfalls besser, wenn kein oder weniger Alu in Deos enthalten ist. Denn gerade wenn es in der Kleidung bleibt, gelangt es ja früher oder später ins Wasser und von dort…?

    1. Der Artikel soll der Aufklärung darüber dienen, dass nach aktueller Studienlage und Einschätzung des EU-Expertengremiums von der Verwendung Alu-haltiger Antitranspirantien keine Gefahr ausgeht. Ohne Aluminium stoppen diese den Schweiß nicht, wie im Artikel beschrieben – wenn man Schweiß stoppen möchte, benötigt man eben ein Alu-haltiges Antitranspirant. Mir ist nicht klar, warum die Aluminiumsalze ein Problem für die Umwelt sein sollen, im Gegensatz zu anderen Bestandteilen etwa von Deos – haben Sie Infos dazu? Aluminium ist ja auch eines der häufigsten Elemente auf unserem Planeten.

        1. Es ist klar, dass bei der Herstellung von Rohaluminium viel Strom verbraucht wird. Ob die in Antitranspirantien eingesetzten Alu-Salze gleichfalls energieintensiv hergestellt werden, weiß ich nicht. Klar ist, dass die Menge verschwindend ist im Vergleich zu vielen anderen Einsatzzwecken: Einer Rolle Alufolie dürfte viele Monate oder Jahre kontinuierlicher Einsatz eines Antitranspirants entsprechen.

        2. Bitte nicht mit dem Wort “gebildet” um sich werfen und dann “einfach mal googeln” als seriöse Quelle angeben. Dafür benutzt man Datenbanken die Studien und/oder wissenschaftliche Artikel enthalten. Im Gegensatz zu irgendwelchen Webseiten auf google.de darf hier nämlich nicht jeder verbreiten was er gerade möchte.

        3. lieber Micha, erst haten gegen die angeblich schlecht recherchierenden Journalisten, aber als Quelle selbst google und eine Vereinsseite von ein paar Aktivisten nennen?
          Ich kann mit 5 Freunden auch gemäß BGB einen Verein gründen, den Verein “Wahre Wissenschaft e.V.” nennen, auf 1&1 eine Website erstellen und Behauptungen aufstellen und Spenden einsammeln. Also Micha, bevor du andere angreifst, erstmal selbst bißchen nachdenken 😉

  5. Könnt ihr auch mal recherchieren, was es mit den sog. NATRONbädern auf sich hat.

    Familienmitglieder legen sich nur nich 1-2x wöchentlich für eine Stunde mit Natron in die Badewanne. Angeblich hilft es um “Gifte auszuleiten” (wenn die in Eurem Artikel lesen würden, dass man durch Nahrung und Luft Aluminium aufnimmt, würden sie sich wieder in ihrer “wir werden alle systematisch vergiftet” Verschwörungstheorie bestätigt fühlen…)
    Da die aber nicht gesund aussehen, fahle Haut und strohige Haare haben (was ein Indikator sei dass noch immer Gifte im Körper sind…🙄 erst wenn alles draußen ist, sieht man auch wieder gut aus…) betrachte ich das Ganze skeptisch…

  6. Danke für die Augklärung!
    Nun ist es doch umso interessanter, die Verwendung von Aluminium bei der Trinkwasseraufbereitung zu untersuchen. Aus Kostengründen wird dieses häufig Alternativen wie Eisenoxiden in vielen Kommunen vorgezogen.
    Ich würde mich über einen Artikel darüber sehr freuen.

    1. Gern – und danke für den Hinweis! Ich hatte mal von insofern informierter Quelle gehört, dass ein Grund für die Trinkwasseraufbereitung mit Aluminium ist, dass die Aufbereitung mit Eisen zu leichter Verfärbung führe, die unattraktiv für Verbraucher wäre.. habe es aber selbst nicht recherchiert – interessantes Thema!

  7. Hallo

    Ich wohne in der Schweiz und hatte ein sehr gut wirkendes Deo (Antitranspirant) gekauft. Erst nach einer Weile ist mir aufgefallen, dass es Aluminium enthält. Dann bemerkte ich, dass es das selbe Deo (einer grossen blauen Firma) in Deutschland gar nicht gibt. Dort werden nur andere Varianten mit 0% angeboten.
    Da sieht man schon deutlich, dass es im Umkreis weniger Kilometer (aber einer Grenze dazwischen) doch recht deutliche Unterschiede im Angebot gibt.
    Nachdem die Studie nun öffentlich ist, bin ich froh, dass es hier so ein breites Angebot mit Aluminium Deos hat. Sie wirken bei mir einfach besser.
    Hat die Schweiz nun einfach andere gesetzliche Vorgaben? Oder richten sich die Firmen einfach nach Markt Nachfrage?

    1. Danke für den Kommentar! Es ist in Deutschland ja nicht verboten, Antitranspiranzien mit Alu zu verkaufen – der Rückgang im Angebot kommt wohl nur durch die geringe Nachfrage.. Schöne Grüße!

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